Einträge von Katrin


Let’s talk about McSex

18. März 2011 von Katrin
Dieser Text ist Teil 21 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Der Konsum von “Fast Sex” im Internet schlägt auf die Psyche, gerade so wie Fast Food sich auf den Körper auswirkt. Was wir brauchen, ist eine neue sexuelle Befreiung.

(c) Frl. Zucker

Internet-Sex ist ungesund! – Diese These klingt in der sogenannten modernen Welt absurd und abwegig. Ein Mensch, der Pornos im Internet schaut, gilt als normal. Dabei ist es unerheblich, welches Ausmaß der Konsum annimmt. Oder welche Praktiken in den Filmen dargestellt werden. Pornografie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Pornografie-Kritik gilt als gestrig. Diese Sichtweise basiert auf zwei grundsätzlichen Annahmen:

  • Der Mensch ist ein Triebwesen, er “braucht” das einfach. Und es ist eine große Befreiung, das endlich in allen Facetten ausleben zu können.
  • Das sogenannte “Appetitmachen” in der Cyberwelt steht in keiner Beziehung zum “Zuhauseessen”. Pornokonsum und gelebte sexuelle Beziehung haben keine Verbindung miteinander, sie sind sauber getrennt.

Oder?

Für die britische Feministin Natasha Walter ist diese Bagatellisierung und Normalisierung des Konsums von Internetpornografie eine Gefahr – ein Angriff auf die Würde der Frauen und ein Angriff auf tatsächliche Intimität in sexuellen Beziehungen. Laut ihrer Einschätzung “ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der übermäßige Konsum von Pornographie tatsächlich viele erotische Beziehungen bedroht”. Überdramatisierung? Hysterie? Zwei Vokabeln, die schnell zur Hand sind, wenn jemand die Harmlosigkeit von Internet-Sex infrage stellt. Und dann auch noch eine Feministin!

Die therapeutische Praxis

Erotische Beziehungen sind das Spezialgebiet von Hannie van Rijsingen. Die Sexualtherapeutin behandelt seit dem Erscheinen ihres Buches Seks, alles of niets (erschienen auf Niederländisch) viele Paare, in denen Männer ein zweites Sexualleben im Internet begonnen haben. Die Männer kommen freiwillig in ihre Praxis, oder werden von ihren Frauen “geschickt” – van Rijsingen gilt als Expertin auf diesem sehr delikaten Gebiet. Dabei wollte sie ursprünglich etwas ganz anderes wissen: Ihr Verlag hatte sie gebeten, ein Buch über Männer zu schreiben, die keine Lust mehr auf ihre Partnerin haben.

Sie fand schnell heraus, dass ein Großteil dieser Männer nur auf diese spezielle Partnerin keine Lust mehr hatten – im Geheimen aber ein Sexleben führten: mit dem Computer. Van Rijsingen fiel es wie Schuppen von den Augen: “Das hatte ich früher nicht gesehen!”, sagt sie heute. “Das kommt häufig vor.” Dabei ist van Rijsingen weit entfernt davon, die Männer an den Pranger zu stellen. Ihr geht es um Veränderung und um Hilfe. Unter ihrer Leitung trifft sich eine Gruppe Männer, um in einem geschützten Raum ihre Erfahrungen auszutauschen. Alle sind internetsexsüchtig.

Van Rijsingen hat aus ihren Gesprächen zwei wesentliche Erkenntnisse mitgenommen:

  • Jeder der Männer, die übermäßig häufig Pornografie im Internet konsumieren (also in der Regel täglich mehrere Stunden), tat dies als Flucht. Sie alle flohen vor Schwierigkeiten und Stress am Arbeitsplatz oder in der Beziehung.
  • Jeder dieser Männer trug die Bilder, die sich in seinem Kopf festsetzten, in die Sexualbeziehung mit der Partnerin hinein. Rief sie ab, wenn er “leisten” sollte – brauchte sie, um leisten zu können. “Der Kontakt mit der Partnerin geht verloren”, stellt die Therapeutin fest, “denn man hat nun Kontakt mit den Bildern. Zwei Personen sind damit beschäftigt, einen Orgasmus zu erreichen, aber der Kontakt zwischen ihnen fehlt.” Der Sex wird zum Stress-Ventil. Um ein erfülltes körperliches erleben mit der Partnerin geht es kaum noch. Die Männer versuchen ein emotionales Loch zu füllen.

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Arte Dossier: “Ehe … es kracht!”

21. Dezember 2010 von Katrin

Bedeutet Ehe gleiches Recht für Mann und Frau?

Das ist nur der Vorspann eines Ehe-Dossiers bei Arte, das ganz spannend und unterhaltsam zu werden verspricht. Start ist heute, 21.12.2010, um 20.15 Uhr. Die Online-Beiträge sind auch lesenswert:


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Frag uns doch mal Löcher in den Bauch!

27. November 2010 von Katrin

Liebe LeserInnen, FreundInnen und  Interessierte,

nachdem wir euch nun schon seit drei Jahren mit unseren Artikeln erfreuen (oder auch manchmal: ärgern), wollen wir die Interaktion mit euch weiter ausbauen. Dafür haben wir uns ein Profil bei Formspring.me eingerichtet.
Formspring.me ist eine Web-2.0-Plattform, auf der man den angemeldeten NutzerInnen Fragen stellen kann, einfach aus dem Bauch heraus, was man schon immer wissen wollte. Und genau: wir antworten dann, so schnell wir können!

Also hingesurft und losgefragt! Die kreativste, schönste oder einfach lustigste Frage des Monats werden wir auch hier im Blog veröffentlichen – samt Antwort versteht sich.

PS: auch bei Formspring.me gilt unsere Netiquette.


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Applaus für: Brigitte!

26. November 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 17 von 21 der Serie Applaus für

Das ist sie: Die Siegerin des Otto Modelcontests!

Aber von vorn:
Otto startete über Facebook einen Modelcontest, bei dem UserInnen ihre Fotos hochladen und über den Like-Button von anderen Usern gewählt werden konnten. Über 50.000 UserInnen luden daraufhin ihr Bild hoch und stellten sich zur Wahl.
Gestern wurden die GewinnerInnen gekührt. Die Siegerin seht ihr oben strahlen.

Applaus für Brigitte und für die Facebookler, die sich mit ihrer Wahl für Brigitte eingesetzt haben.

Bleibt nur eine Frage: Wird Otto den Mut haben, Brigitte für seinen neuen Katalog abzulichten, wie es der GewinnerIn versprochen wurde? Wir plädieren für ein klares: JA KLAR! – allein schon, um solchen unleidlichen ZeitgenossInnen das Handwerk zu legen, die auf Facebook kommentierten: “häng dich auf schwuchtel fuck alter -.-” – und das auch noch mit Klarnamen.


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Frauen mit Bart – Selbstinszenierung und Ironisierung im Web 2.0

24. November 2010 von Katrin

“Flickernde Jugend”: Was Jungen und Mädchen mit ihren durchschnittlich 13 Stunden pro Woche im Internet für eine Bilderwelt erzeugen, wurde nun erstmals wissenschaftlich untersucht.

Bild: Libri.deHeutige Jugendliche sind mit dem Internet aufgewachsen. Sie gehen anders damit um, als die heute 30-Jährigen oder ältere Generationen. Manchmal ist ihr Umgang damit für uns schwer verständlich, manchmal fast verstörend: Wenn Jugendliche in der U-Bahn auf einen Menschen einschlagen und davon triumphierend ein Handy-Video machen, das sie bei Youtube einstellen, erschüttert uns das. Vielleicht kommt es uns auch so vor, als würden die jungen Frauen heute nur noch sexuell aufgeladene Profilbilder von sich ins Internet stellen? Prügelnde Jungen, sexy Playboy-Häschen – Welche Rolle spielen Geschlechterrollen in den Bildern der Jugendlichen? Was machen die da eigentlich die ganze Zeit, wenn sie – wie Studien ergeben – im Durchschnitt 13 Stunden pro Woche im Internet sind? „Flickernde Jugend – rauschende Bilder. Netzkulturen im Web 2.0“ heißt eine frisch herausgegebene Untersuchung über das Verhalten von Jugendlichen in den typischen Online-Bild-Plattformen wie Flickr und Youtube. Birgit Richard, Professorin für Neue Medien am Institut für Kunstpädagogik der Universität Frankfurt, hat mit ihrem Team die Plattformen besucht und akribisch durchstöbert. Sie legen erstmals eine Studie vor, die nachzeichnet, was Jugendliche im Netz mit Selbst- und Fremdbildern inszenieren.

Das zentrale Ergebnis der Untersuchung ist, dass ein großer Teil der Jugendlichen, die sich über bewegte und unbewegte Bilder im Netz zeigen, sich an sogenannten Stars orientiert. Ihre Posen, ihre Mimik, ihre Maskerade – all das gilt als Schablone für Jugendliche, wenn sie zum Beispiel ein Profilbild von sich bei Facebook oder ein Selbstporträt bei Flickr einstellen. Anders gesagt: die Pose ist für heutige Jugendliche größtenteils so selbstverständlich, wie Händeschütteln. “Wesentlicher Bestandteil der digitalen Jugendkultur ist die körperbetonte sinnliche Selbstdarstellung” schreiben Richard und ihr Team. Die Visitenkarte des “Ich” im Netz wird in einem aktiven Prozess gestaltet. Noch Interessanter wird die Untersuchung an dieser Stelle, wenn sie auf die Unterschiede bei Jungen und Mädchen eingeht.

Men act – Women appear
“Men act – Women appear” heißt ein Leitsatz von John Berger, der die Repräsentation von Gender in Bildern oder im öffentlichen Leben auf einen Nenner zu bringen versucht. Die WissenschaftlerInnen scheinen diesen Leitsatz in der “flickernden. Jugend” wieder zu finden: Weibliche User ironisieren zum Beispiel mittels gespielter Weiblichkeit und Niedlichkeit, wie zum Beispiel ein unschuldig-schief gelegtes Köpfchen, die geltende Norm von Weiblichkeit. Damit seien Frauen, so die These, in der Lage, Stereotype gezielt zu unterwandern und zu brechen. Männern hingegen sei das verwehrt. Sie träten nicht um der bloßen Erscheinung wegen auf eine Bildfläche, sondern um einer Tätigkeit Willen. Wenn sich also eine sehr große Zahl von Frauen als “kleines Mädchen” inszeniert, so wird hier ein spielerischer, stereotypbrechender Umgang mit dem Selbstbild angenommen. Wenn Männer sich als “starke Männer” inszenieren, gibt es keine subversiven Momente in ihrer Darstellung. Vielleicht liegt es daran, dass junge Männer häufiger gesichtslos bleiben, als junge Frauen? (weiterlesen …)


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Applaus für: Das Bundesforum Männer?

10. November 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 15 von 21 der Serie Applaus für

Lange mussten wir den traurigen Eindruck haben, dass konservative und tendentiell frauenfeindliche – mindestens aber Feminismus-feindliche – Vereine wie MANNdat (ich verlinke jetzt mal bewusst nicht) eine Art Vorreiterrolle in Sachen “Männer-Probleme” (ganz allgemein gesprochen) einzunehmen schienen.

Lange, und immer wieder kam es auch hier im Blog darauf zu sprechen, dass wir zu wenig die Belange von Männern mit in unsere Arbeit einbezögen. Wobei wir uns immer wieder intensiv mit dem Themenspektrum befasst haben und mittels der “Quotenmänner” versucht haben, es einzubinden. Doch natürlich ist unser Blog “frauenlastig” und wir wiesen oft darauf hin, dass es notwendig und gut sei, würden emanzipierte Männer sich zusammentun und “ihr eigenes Ding” machen.

Schon seit Jahren hat das “FORUM MÄNNER in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse”, das vom  Gunda Werner Institut in der Heinrich Böll Stiftung organisatorisch, finanziell und ideell unterstützt wird, diese Aufgabe wahrgenommen (Zum Beispiel bei der Organisation von Tagungen, wie dieser Jungen-Tagung vor zwei Jahren). Es war ein kleines Pflänzchen -  und dieses Pflänzchen gedieh prächtig: Am 04. November 2010 hat sich das Bundesforum Männer gegründet.

Bundesforum Männer

Herzlichen Glückwunsch!

Wir hoffen auf viele Interessante Beiträge zum gemeinsamen Ziel der Geschlechterdemokratie. (weiterlesen …)


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Sexismus im Netz – ein ganz alltäglicher Kampf

9. November 2010 von Katrin

Müssen wir wirklich immer noch über Sexismus im Netz reden? Gibt es dazu noch viel Neues zu sagen?
Diese Frage stellte ich mir, als ich für einen Workshop zu genau diesem Thema angefragt wurde, den ich im Rahmen des Netzpolitischen Kongresses der Grünen am 13.11.2010 zusammen mit Monika Lazar und Leena Simon gestalten soll. (weiterlesen …)


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Der Sex ist vorbei, wenn ER kommt

5. November 2010 von Katrin

Gestern die tolle Show “Wie liebt Deutschland?” in der ARD gesehen? Nein? Glückwunsch!

Ich leider schon und mir fehlen immernoch ein bisschen die Worte. Alles, was es braucht, um mitreden zu können, hat aber zum Glück Jenni Zylka für SPON aufgeschrieben. Das Wort Fremdschämen bekam eine neue Dimension.Oder wie Deef auf Twitter bemerkte:

twitter

Besonders, als es um die Frage ging, wie unterschiedlich lange Frauen und Männer die Dauer ihres heterosexuellen Sex einschätzten, was unter der Versuchsvorraussetzung ‘Sex = “Vom Anfang der Penetration bis zum Orgasmus des Mannes”‘ erforscht worden war. Dass es ausgerechnet Sonya Kraus war, die als Einzige nach dem Orgasmus der Frau fragte, ist bitter.

Merke: Bei Spießbürgern ist der Sex vorbei, wenn ER gekommen ist.


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Alphamädchen an die Front!

20. Oktober 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 29 von 42 der Serie Meine Meinung

Am Wochenende war ich im Rahmen meiner Arbeit für den Lehrstuhl Politische Theorie an der Durchführung des Kongresses “Offiziersausbildung für das 21. Jahrhundert” beteiligt. Veranstaltet von der Clausewitzgesellschaft und der Humboldt-Universität zu Berlin befassten sich etwa 130 Männer zwei Tage lang mit der Frage, welche Herausforderungen die Kriege des 21. Jahrhunderts an die Ausbildung von Offizieren stellen. In Retrospektive an Carl von Clausewitz, der in Vom Kriege beschrieb, was gute Kriegsführung bedeutet, und in Betrachtung der Geschichte der Militärausbildung in Deutschland, sollte eine Vision entworfen werden, wie Nato und Bundeswehr auf neue Herausforderungen, zum Beispiel in Afghanistan oder in den schweren Konflikten in Afrika, vorbereiten.

Bundeswehr-Fotos
(Bild via Bundeswehr-Fotos)

Professor Herfried Münkler, der mit seinem Buch Die Neuen Kriege (Video der Bundeszentrale für Politische Bildung) beschrieben hat, was genau das Neue und Gefährliche an den Kriegen des 21. Jahrhunderts sind, diskutierte mit diesen – hauptsächlich älteren – Männern, es wurden Vorträge von Wissenschaftlern und von Kommandeuren gehalten, und von wissenschaftlichen Kommandeuren und Generälen. Die wenigen Frauen im Publikum waren größtenteils mitgereiste Gattinnen. Nur vereinzelt mischte sich auch einmal eine Frau in die Diskussion ein. Für jemanden wie mich war die Sache zwar überaus spannend, weil ich Einblicke in eine mir sonst fremde Welt bekam, aber ich fragte mich auch, was das für eine moderne Zukunft sein soll, wenn Frauen beim Militär nach wie vor so selten sind.

Ehrlich, was diese Sache angeht, müssen wir echt mal aus den Puschen kommen. Wolf-Dieter Löser, Generaloberst vom Nato Defence College war so mutig, in seiner Vision der neuen Soldat_innen eine Frau zu wählen, die diese Vision verkörperte. Und jetzt kommt’s: Keiner der alten Herren monierte das! Man will uns kluge, junge Frauen gerne dort! Aber wollen wird das denn auch?

Frauen sind friedlich. Frauen an der Waffe? – Nur für ganz hartgesottene Mannweiber denkbar, oder? Krieg? ihhh bäh! Mal ehrlich: Wir drücken uns vor dieser Herausforderung. Während wir Role Models in Hülle und Fülle entwerfen, in die Chefetagen drängen und in die Parlamente, obwohl die Hälfte der Macht in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für uns eine selbstverständliche Forderung ist, drücken wir uns vor einem Engagement im Militär. Warum? Wegen der Kinder? Aber wollen wir nicht, dass Männer und Frauen in Bezug auf die Kinder gleichgestellt werden? Wegen des Pazifismus? Aber müssen wir nicht dafür Verantwortung übernehmen, dass die Krisen in der Welt, die Neuen Kriege, bei denen Vergewaltigungen von Zivilisten-Frauen durch die Kriegsparteien an der Tagesordnung sind, dass diese Konflikte gelöst werden? Dass sie auch in unserem Sinne gelöst werden? Geht das nicht uns alle an?

Eine ganze Reihe Frauen wird seid einigen Jahren als “Alphamädchen” gehandelt und wir sind selbstbewusst, klug, gut gebildet und scheuen uns nicht vor Herausforderungen. Oder doch?

Natürlich ist es eine rein persönliche Entscheidung, welchen Lebensweg jede von uns geht. Genauso persönlich, wie die Entscheidung zwischen Männern und Frauen, wer in der Babyzeit zu Hause bleibt. Doch wenn eine ganze Masse sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält und dieses Verhalten unter der Zielsetzung von Gleichstellung ein politisches Problem wird, dann sollten wir uns vielleicht doch einmal ganz ernsthaft selbst fragen, ob wir uns eine Karriere beim Militär nicht doch vorstellen können.


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Frauenpower macht Machos sauer

13. Oktober 2010 von Katrin

Warum schickt der Typ jetzt einen Porno? Wieso redet der nur über Geschlechtsorgane, wenn es doch hier um Gleichberechtigung geht? Habt ihr euch das schon einmal gefragt? Warum gehen viele Maskulisten in ihren Foren und anderswo oft gleich auf die “Ficken!”-Ebene, wenn sie sich mit Feministinnen auseinander setzen?

Sexuelle Beschimpfungen von starken Frauen, insbesondere von Frauen, die sich für Geschlechterdemokratie einsetzen, sind ein Phänomen, das nicht erst im Internet-Zeitalter auftrat. Schon die Feministinnen der 2. Welle durften sich von Männern anhören, dass sie einfach mal wieder richtig Sex haben müssten, dann wären sie auch nicht so ätzend.

Jüngste Auslassungen von vermutlich Männern in verschiedenen Internetforen fügen sich in dieses uralte Muster. Endlich könnte es eine Antwort geben, warum diese Männer so reagieren:

“Männer, die sich in irgend einer Weise in ihrer Männlichkeit herabgesetzt fühlen, reagieren darauf in einer sexualisierten Weise.”

sagt Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke hier in seiner samstäglichen Erklärungs-Kolumne bei Radio 1 (MP3; unbedingt bis zum Ende hören, da es dort interessant wird)

So hätten “Machos”, die unter wissenschaftlichen Bedingungen mit vermeintlichen Frauen  gechattet hatten, die ihnen Sachen schrieben, welche ihre Männlichkeit angriffen, mit dem Schicken von Pornos reagiert.

Also Ladies, wenn euch mal wieder Typen sexualisiert beleidigen oder Pornos schicken, dann immer daran denken: Offenbar stellt eure Frauenpower eine Gefahr für ihr männliches Selbstbewusstsein dar. Ooooch.


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