Ashley Judd strikes back

von Nadia

Körperhass, Hypersexualisierung, Demontage und der (weibliche) Schönheitsdiskurs als Akt symbolischer Gewalt: Zu diesen Themen schrieb US-Schauspielerin Ashley Judd vor einigen Tagen d-e-n Artikel der Woche, vielleicht aber auch das Pamphlet des bisherigen Jahres: „Ashley Judd Slaps Media in the Face for Speculation Over Her ‚Puffy‘ Appearance“.

Hintergrund: Im März spekulierten Medien angesichts einiger Fotos der aktuellen Promo-Tour Judds zur Actionserie „Missing 2012“, dass sie sich ganz bestimmt Schönheitsoperationen unterzogen und somit „ganze Arbeit geleistet“ habe, da man sich (so der widerliche O-Ton) ihre „aufgedunsene Makellosigkeit“ ansonsten nicht erklären könne. Gehässigkeit par excellence, und bald wussten viele der Gossip- und sonstigen Massenmedien natürlich en Detail zu berichten, was Ashley denn so alles vorgenommen hatte. Die Pipischreiberlinge hätten aber auch nicht wissen können, dass sie mit Judd einer Frau ans Bein pinkelten, die passgenau die medialen und patriarchalen Mechanismen dieses ganzen Vorgangs würde zerpflücken können – Judd ist nämlich nicht nur Schauspielerin, sondern u.a. auch Anthropologie- und Gender-Studies-Absolventin (höhö).

So war das Medialgebahren zunächst also eigentlich nichts Neues im Boulevard-Westen – umso heftiger knallte dann Judds Gegenschlag, der nicht einfach eine individuelle Abrechnung, sondern ein passgenaues Aufzeigen von Unterdrückungsstrukturen und dem perfiden System des „Body Control“ ist, wie aus heiterem Himmel ins Netz und verbreitet sich seither (verdient) in Windeseile. Deswegen sei an dieser Stelle auch nochmal betont: Lesebefehl! Und, wie Ashley fordert: „Join in—and help change—the Conversation.“




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 12. April 2012 um 10:40 Uhr unter Inspiration. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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8 Kommentare

  1. Angelika sagt:

    es freut mich, dass du dieses thema, aktuell mit Ashley Judd, auch aufgreifst.
    denn es betrifft letztlich mE alle menschen, die in einer sog. gesellschaft leben.

    zk, Forbes hat dazu Julie Zeilinger (von thefbomb.org) veröffentlicht – englisch :
    http://www.forbes.com/sites/deniserestauri/2012/04/10/why-the-media-assault-on-ashley-judd-is-larger-than-a-puffy-face-and-may-spark-a-revolution/

  2. […] Mädchenmannschaft » Blog Archive » Ashley Judd strikes back – via Read it Later […]

  3. Betti sagt:

    Schade, nach den Videos auf Jezebel ist mir Ashley Judd viel unsympathischer als nach dem Lesen des Textes… SchwarzeKinderaufdemArmCharityFotos, „god did this in the first place“-Gerede und „eigentlich ist das alles nur meinem Mann zu verdanken“…?! Macht den Text nicht schlechter, aber trotzdem ein kleines Desillusionierungs-*schnüff* nach dem Ansehen der Videos.

  4. Betti sagt:

    Achja, und was redet sie da über dicke Menschen? Ich hoffe, ich versteh sie da falsch, aber sie denkt bei Dicken an Essstörungen, Selbtbewusstseinsprobleme und Gesundheitsrisiken „statt nur an die Zahlen auf der Waage“?! Na, DAS bringt uns natürlich sehr viel weiter in Sachen kritischer Körperbilddiskurs…!

  5. Nadia sagt:

    Oh ha. Ja, das braucht dann allerdings auch noch „Join the Conversation.“

  6. Angelika sagt:

    @Betti – ja bei den videos/interviews mit A. J. gings mir auch so; auch die guckte ich interessehalber – wobei ich da recht heftig reagierte und fast symbolisch vom stuhl gekippt wäre wtf (und sobald irgendwas mit „gott“ kommt muss ich mich sowieso ausklinken).
    sie macht da ja aussagen über sich selbst.
    ihren text finde ich ok wenns menschen hilft, dadurch denkanstösse zu bekommen.

  7. […] Ashley Judd in The Daily Beast (via Mädchenmannschaft) […]