Abtreibung, Inklusion und Hebammen – kurz verlinkt

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 143 von 251 der Serie Kurz notiert

Im Juli werden die Haftpflichtprämien für deutsche Hebammen ein weiteres Mal um 500 Euro steigen – trotz Versprechen der Politik ist bisher nichts geschehen. Daher gibt es die Aufforderung, die Hebammen zu unterstützen, nun auch im Zukunftsdialog mit der Bundeskanzlerin.

Die Zahl der Abtreibungen ist in Deutschland zurückgegangen und damit auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Leider bebildert der Spiegel diese Nachricht mit dem Bild einer 1000 Kreuze-Demo. Auf Nachfrage wurde uns leider noch nicht geantwortet. Eine ausführliche Aufarbeitung hat DRadio Wissen – leider wird dort gesagt, dass die „Bedenkzeit“ erst 2009 eingeführt wurde, dies bezieht sich aber nur auf Spätabtreibungen.

Wie funktioniert eigentlich Inklusion? Die Aktion Mensch hat ein Erklärbärvideo gedreht:

Um Abreibungen zu verhindern soll es in Arizona Ärzt_innen erlaubt werden, schwangere Frauen bezüglich einer Behinderung ihres Kindes anzulügen. Jezebel und Addicting Infos berichten.

Passend dazu bei Fuck Yeah PLanned Parenthood: In Georgia verließen acht Senatorinnen aus Protest gegen zwei Gesetze, die Abtreibung und den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren sollen demonstrativ den Raum. Und: “Women on waves” bietet Vordrucke für Sticker zum Runterladen, ausdrucken und überall hin kleben. Erklärt wird in verschiedenen Sprachen wie Frauen sicher selbst eine Abtreibung durchführen können.

Puh, schon wieder ein Artikel über die Piraten und die Frauenfrage? Ja, aber ein guter mit, Tatsache!, sogar einigen neuen Erkenntnissen zum Thema.

Anlässlich des diesjährigen Frauentages hat TERRE DES FEMMES eine Erklärung heraus gegeben, in der sie die ärztliche Empfehlung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung/weibliche Genitalverstümmelung ausdrücklich begrüßen.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kommentiert die Pläne der Koalition für eine Neuregelung des Sorgerechts bei nicht mit einander verheirateten Eltern (PDF).

Und mal noch was nettes aus den USA: Dort wurden letzte Woche mehrere Aktivistinnen mit dem US Courage Award ausgezeichnet.

Bei Xtra.da könnt ihr mehr über die Situation von Sexarbeiter_innen Kambodscha lesen.

Zwei Artikel aus dem Bitchmagazin: Einer über Cynthia Nixon (Miranda aus “Sex and the City”) und die labels gay und bi. Und eine tolle Linksammlung mit Blogartikeln zum Internationalen Frauentag!

Im Independent hat Laurie Penny eine klare Forderung erhoben: Genug mit den Sektempfängen und nett sein! Damit sich was ändert, müssen Frauen wieder sauer und unbequem werden, wie die Pussy Riots auf die Straße gehen und drastische Forderungen stellen!




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 14. März 2012 um 15:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. Nansen sagt:

    Das mit der Anleitung für ne Heimabtreibung ist einfach Wahnsinn…

  2. palü sagt:

    das inklusionsvideo ist aber nicht besonders aussagefähig. und auch nicht untertitelt …

  3. Angelika sagt:

    Amina, die 16jährige Marokkanerin die ihren vergewaltiger heiraten musste (damit der 26jährige gem. gesetz straffrei bleiben kann), hat sich selbst getötet – inkl. weitere infos, englisch :
    http://stream.aljazeera.com/story/ripamina-0022096?utm_content=automateplus&utm_campaign=Trial6&utm_source=SocialFlow&utm_medium=MasterAccount&utm_term=tweets

    und in Afghanistan werden wieder Sharia-gesetze gegen frauen eingeführt (die u.a. der verfassung widersprechen) weil “Men are fundamental and women are secondary.” – jeweils englisch :
    http://www.thepoliticalnotebook.com/post/18863441333/picture-of-the-day-a-work-of-graffiti-done-by
    http://www.guardian.co.uk/world/2012/mar/06/hamid-karzai-afghanistan-womens-rights

  4. Helga sagt:

    @Angelika: Die Geschichte aus Afghanistan hatten wir am Montag http://maedchenmannschaft.net/gemischte-nachrichten-aus-afghanistan-und-pakistan/

    Es handelt sich dabei aber weder um die Sharia, noch um Gesetze, sondern Handlungsvorgaben, die Frauen freiwillig befolgen sollen und die Karzai leider gebilligt hat. Eine Anbiederungstaktik an die Taliban (haben Deutschland oder die USA ja schon vorgemacht) und durchaus nicht unumstritten.

  5. Angelika sagt:

    @Helga – sorry und danke für den hinweis ;)
    hat ja nicht funktioniert : “die taliban” haben sich ja gem. meldungen von gestern aus verhandlungen verabschiedet.
    und es bleibt für mich zu befürchten, dass diese sog. sharia-ähnlichen-regeln dann frauen ebend nicht “freiwillig beigebracht” werden.

  6. Helga sagt:

    @palü: Leider macht die Aktion Mensch es nicht über das CC-System von YouTube, sondern hat ein weiteres Video hochgeladen, das sie aber auch nicht mal verlinken… http://youtu.be/05IP1vj7wNY

  7. Betti sagt:

    In dem “barrierefreien Inklusionsvideo” wird ausschließlich die männliche Form gebraucht (Strichmännchen, Spieler, Kollegen, Lehrer). So viel zum Thema Inklusion…