Archiv für November 2010


Transsexualität und Schule

30. November 2010 von Gastautor_in

Svenja Kühnke von “Svenja and the City” recherchiert gerade zum Thema Transsexualität und Schule und ist auf der Suche nach Studien, Fällen und Fakten. Die Mädchenmannschaft ist mit ihr in Kontakt getreten und hat sie gebeten, ihre Fragen auch auf diesem Blog zu veröffentlichen und eine Diskussion anzustoßen. Wenn ihr Svenja unterstützen möchtet, nutzt die Kommentarfunktion!

Niemand weiß, wieviele Transsexuelle es in Deutschland gibt. Die Schätzungen gehen weit auseinander. Auffällig ist aber, dass die vermutete Anzahl in den letzten Jahren immer wieder nach oben korrigiert werden musste. Inzwischen liest man bereits von einem Verhältnis 1:500.

Diese Zahl muss nachdenklich stimmen, denn wenn sie zutrifft, dann gibt es keine deutsche Schule, an der nicht mindestens ein Schüler oder eine Schülerin transsexuell ist und lieber in der Rolle des anderen Geschlechts am Unterricht teilnehmen würde. Trotzdem ist die Zahl von offen lebenden transsexuellen Schülern und Schülerinnen an unseren Schulen verschwindet gering. Einzelne Fälle kennt man bestenfalls aus der Boulevardpresse, wo sie reißerisch breitgetreten werden.

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Ellenbogenkapitalismus im Schlafzimmer

30. November 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 27 von 42 der Serie Muttiblog

In seiner Focus-Kolumne erklärt uns Uli Dönch, warum die Frauen-Quote feige und falsch ist:
Wer das Phänomen verstehen wolle, müsse tiefer graben. Das dann folgende ist tatsächlich auf einem Niveau unterhalb der Grasnarbe… Natürlich sind die Frauen man wieder selbst schuld, wenn sie nicht bereit sind 65 bis 70 Stunden in der Woche zu arbeiten, dann wird das halt nix mit dem Vorstandsposten. Was schließen wir daraus? Man muss nur 70 Stunden in der Woche arbeiten, und übermorgen ist man im Vorstand eines DAX-30-Unternehmen, ist also ganz einfach.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Der Aufsichtsratschef der Commerzbank Klaus-Peter Müller fragt im Interview zu Recht, wieviel Frauen tatsächlich für solche Posten zur Verfügung stünden. Die Schlüsse, die Dönch daraus zieht, sind natürlich Quatsch.

Zuerst einmal sind ein paar Vorstandsposten, die mit Frauen besetzt sind, zwar ein nettes Symbol, aber sind nur für einen verschwindend geringen Teil der weiblichen Bevölkerung erreichbar oder erstrebenswert. Das gilt im übrigen ebenso für den männlichen Teil der ArbeitnehmerInnen. Auch die wenigsten Männer haben einen Posten im Vorstand (70 Stunden die Woche zu arbeiten, scheint also doch nicht zu reichen…). (mehr …)


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Schröder vs. Ortgies

29. November 2010 von Barbara

In der Süddeutschen Zeitung gibt es heute eine Seite Interview mit zwei Frauen, die über Feminismus diskutieren: Am Debatten-Tisch sitzen und streiten Kristina Schröder und Lisa Ortgies. Inzwischen ist das Interview online erschienen. Eins als Vorgeschmack: Auf ihrer Website schreibt Kristina Schröder am 19. November 2010 über ihre öffentlichen Äußerungen zum Thema Feminismus (wir haben berichtet):

“Vielen Dank für Ihre Zustimmung!

In den vergangenen Tagen haben mich sehr viele E-Mails, Briefe, Facebook-Nachrichten und Anrufe zu meinem Interview im Spiegel vom 8. November 2010 erreicht, in dem es unter anderem um Feminismus ging. Dafür möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken! Es freut mich sehr, zu lesen, dass dieses Thema auf so großes Interesse stößt und viele mich in meinem Standpunkt unterstützen. Die überwältigende Mehrheit der Schreiben war zustimmend.”

Eine, die nicht zustimmt, ist Lisa Ortgies.


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Emanze statt Nikolaus: Termine im Dezember

29. November 2010 von Magda

Auch im Dezember sammeln wir que(e)r durch die Republik feministische Partys, Diskussionsrunden, Ringvorlesungen, Ausstellungen und Proteste. Wenn wir eine Veranstaltung in deiner Nähe vergessen haben, schreib’ uns unter post[at]maedchenmannschaft[punkt]net oder poste sie hier in die Kommentare. Universitäre Veranstaltungen sind i.d.R. auch Nicht-Studierenden zugänglich.

Zunächst ein Terminhinweis, der sich ausschließlich an Schwarze Menschen, Migrant_innen und People of Colour richtet. Nur noch bis heute könnt ihr euch für einen viertägigen Empowerment-Workshop des Antidiskriminierungs- netzwerkes Berlin des TBB im Dezember anmelden.

1. Dezember

Berlin:Lebendige Männlichkeiten – maskulines Leben. Eine gendertheoretische Kulturgeschichte des biologischen Lebensbegriffs” mit Kerstin Palm (im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung “Arenen der Männlichkeit” der TU Berlin, die noch bis Februar geht).

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Selbermach-Sonntag (28.11.10)

28. November 2010 von Nadine

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Liebe Gemeinde, es ist wieder Zeit für kollektives Patriarchy-Blaming, Racism-Hating und Privilegien-Bashing. Wo haben die Monster Hegemonie und Normativität zugeschlagen, was hat euch Freudentränen in die Augen getrieben? Hier ist Platz für eure queer-/feministischen Pamphlete und gemeinsames Consciousness-Raising bei Kaffee, Tee und Brause.

PS: Die Mädchenmannschaft freut sich immer über Hinweise zu tollen Blogs.


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Samstagabendbeat mit den Wet Spots

27. November 2010 von Helga

Die Wet Spots singen von der Texas Annie, die sich aufmachte im prüdesten Staat der USA die weibliche Selbstbefriedigung näher zu bringen.


Via mädchenblog und der Text nach dem Klick


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Rassistische Pornos und queere Ermächtigung – die Blogschau

27. November 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 71 von 256 der Serie Die Blogschau

Philipp Khabo Köpsell, ein afrodeutscher Spoken-Word-Künstler und Autor von “Die Akte James Knopf“, einer ‘poetischen Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität’ (Klappentext), betreibt zu seinem Buch ein ausgesprochen tolles Blog. In seinem aktuellen Beitrag nimmt Philipp sogenannte Interracial-Pornos und rassifizierte sexuelle Vorlieben unter die postkoloniale Lupe.

Theoretische Diskussionen über “das Internet” drehen sich momentan häufig um Netzneutralität und das (gewollte) Ende der Privatsphäre. Dass das zuweilen ein sehr privilegierter Diskurs ist, zeigt der Aspekt, den Anne Roth auf ihrem Blog anspricht: Wer stellt eigentlich uns eigentlich den Background Verfügung, mit dem das freigeistliche Sinnieren über Netzutopien überhaupt erst möglich wird?

Egal, ob offenes Geheimnis oder streng gehütete Büchse der Pandora: Menschen entscheiden selbst, vor wem und in welchem Rahmen sie ihre sexuelle Identität öffentlich machen. Warum Zwangsouting immer uncool ist, schreibt Nele Tabler auf.

Work-Life-Balance und Vereinbarkeitsmodelle gehören zu den großen Themen der Geschlechterdemokratie, doch außer Spesen nichts gewesen? “Kurz und gut: Es gibt keine „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, konstatiert Antje Schrupp.

Die Nichtregierungsorganisation Intersexuelle Menschen e.V. hat ihren Schattenbericht zum UN-Sozialpakt eingereicht. Auf 39 Seiten stellt der Parallelbericht zur Bundesregierung an die UN fest: Menschenrechtsverletzungen und (institutionelle) Diskriminierung von Intersex-Menschen gehören in Deutschland zur Tagesordnung.

Postmigrant_in? Migrant_in der x-ten Generation? Migazin geht der Frage noch, was eine migrantische Identität ausmacht und nimmt noch einmal Bezug auf die aktuelle “Integrationsdebatte”.

Genderbender, Trans*, Queers, Geeks, Nerds, Frauen, Butches, Femmes, Männer, Lesben, Boytoys, Feminist_innen, Schwule, alle und solche, die auf Bezeichnungen pfeifen: Das Gendercamp geht in die nächste Runde. Im Mai 2011 gibt es die zweite Ausgabe des kollektiven Karaoke-Clashs mit Tischtennis, Bauernhof und Club Mate. Auch die Mädchenmannschaft wird  nach einem erlebnisreichen Trip 2010 im kommenden Jahr wieder dabei sein! Wer jetzt schon mitorganisieren und sich einbringen will, meldet sich einfach in der Mixxt-Community an.

Wir haben hier bereits über die Kampagne “It get’s better” berichtet, die queeren und homosexuellen Jugendlichen Mut machen soll. Reteaching Gender and Sexuality von Put this on map wirft ein anderes Licht auf die Zwänge von Heteronormativität und Queerphobie.

Reteaching Gender and Sexuality from PUT THIS ON THE MAP on Vimeo.

Zum Schluss noch ein Terminhinweis, der sich ausschließlich an Schwarze Menschen, Migrant_innen und People of Colour richtet. Es gibt noch freie Plätze für einen viertägigen Empowerment-Workshop des Antidiskriminierungs- netzwerkes Berlin des TBB im Dezember. Die Anmeldefrist wurde bis zum kommenden Montag verlängert.

Alle weiteren Termine für Dezember folgen in den kommenden Tagen! Stay tuned!


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Frag uns doch mal Löcher in den Bauch!

27. November 2010 von Katrin

Liebe LeserInnen, FreundInnen und  Interessierte,

nachdem wir euch nun schon seit drei Jahren mit unseren Artikeln erfreuen (oder auch manchmal: ärgern), wollen wir die Interaktion mit euch weiter ausbauen. Dafür haben wir uns ein Profil bei Formspring.me eingerichtet.
Formspring.me ist eine Web-2.0-Plattform, auf der man den angemeldeten NutzerInnen Fragen stellen kann, einfach aus dem Bauch heraus, was man schon immer wissen wollte. Und genau: wir antworten dann, so schnell wir können!

Also hingesurft und losgefragt! Die kreativste, schönste oder einfach lustigste Frage des Monats werden wir auch hier im Blog veröffentlichen – samt Antwort versteht sich.

PS: auch bei Formspring.me gilt unsere Netiquette.


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Applaus für: Brigitte!

26. November 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 17 von 29 der Serie Applaus für

Das ist sie: Die Siegerin des Otto Modelcontests!

Aber von vorn:
Otto startete über Facebook einen Modelcontest, bei dem UserInnen ihre Fotos hochladen und über den Like-Button von anderen Usern gewählt werden konnten. Über 50.000 UserInnen luden daraufhin ihr Bild hoch und stellten sich zur Wahl.
Gestern wurden die GewinnerInnen gekührt. Die Siegerin seht ihr oben strahlen.

Applaus für Brigitte und für die Facebookler, die sich mit ihrer Wahl für Brigitte eingesetzt haben.

Bleibt nur eine Frage: Wird Otto den Mut haben, Brigitte für seinen neuen Katalog abzulichten, wie es der GewinnerIn versprochen wurde? Wir plädieren für ein klares: JA KLAR! – allein schon, um solchen unleidlichen ZeitgenossInnen das Handwerk zu legen, die auf Facebook kommentierten: “häng dich auf schwuchtel fuck alter -.-” – und das auch noch mit Klarnamen.


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Deutsche Entwicklungshilfe verzichtet zukünftig auf Frauen

26. November 2010 von Nadine

Bürokratieabbau in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Im kommenden Jahr sollen die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und die Gesellschaft für Internationale Weiterbildung und Entwicklung (Inwent) in der neu zu gründenden Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufgehen. Werden die Pläne nach den Wünschen des Bundesministeriums für Entwicklung unter Leitung von Dirk Niebel umgesetzt, wird der siebenköpfige Vorstand von GIZ nur aus Männern bestehen, berichtet die Berliner Zeitung heute.

Massive Kritik an diesem Vorhaben erntet Niebel nicht nur von der Opposition, sondern auch von den Mitarbeiter_innen der Entwicklungsorganisationen:

Mit Unterschriftenaktionen und Briefen protestieren Mitarbeiter gegen die Pläne. “Wir machen uns weltweit zum Gespött”, sagte ein GTZ-Mitarbeiter der Berliner Zeitung. Weltweit werde die deutsche Entwicklungshilfe für ihre frauenfördernden Projekte ausgezeichnet. “Nur wir selbst folgen dem Beispiel nicht.”

Weiterhin sollen auch auf der mittleren Führungsebene Posten wegfallen. Auch die, die derzeit von Frauen besetzt sind.


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