Archiv für November 2009


Respekt und Masturbation

24. November 2009 von Helga

In Spanien soll Sexualaufklärung dem Machismo den Kampf ansagen, berichtete vor kurzem faz.net.

Nach neuesten Zahlen der Regierung in Madrid sind bei mehr als vierzig Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt, bei denen das Opfer Polizeischutz benötigt, die Täter unter dreißig Jahre alt. Eine Kombination aus Gefühls- und Sexualerziehung, die zur Achtung des Gegenüber ermuntert, vielleicht sogar Hemmungen und Verklemmungen löst, wäre beim spanischen Mann also durchaus angezeigt. Jedes Jahr sterben in Spanien etwa siebzig Frauen durch die Hand ihrer Ehemänner, Partner oder Expartner. Trotz der Einrichtung von Hotlines und umfangreicher Aufklärungskampagnen ist es noch nicht gelungen, die Zahl der Morde signifikant zu verringern.

Doch die neue Kampagne hat bereits viele Feinde, denn eines der Theman ist Masturbation.

„Die Jugendlichen der Extremadura haben zwar die meisten Arbeitslosen, aber dafür liegen sie bei der Masturbation ganz vorn“, spottete die rechte Publizistin Pilar Rahola in der katalanischen Zeitung „La Vanguardia“. Auch Eltern- und Kirchenverbände kritisierten die Kampagne. Ein Vertreter der oppositionellen Volkspartei (PP) nannte die Aktion der Regionalregierung „Verschwendung“. Die öffentlich finanzierten „Masturbationsworkshops“ seien „ein Attentat auf die Intelligenz der Jugendlichen“. Der intime Umgang mit sich selbst gehöre hinter die eigenen vier Wände.

Erstaunlicherweise scheinen sich selbst die Kirchenvertreter nicht über die weiteren Punkte (Verhütung, Schutz vor Krankheiten) aufzuregen. Noch schlimmer als Promiskuität, sonst gerne als Teufel an die Wand gemalt, scheint die Verschwendung kostbarer Spermien zu sein. Vielleicht bezieht sich Verschwendung auch auf die Annahme, wie Masturbation ginge, wisse eh jedes Kind. Das allerdings wäre eine sehr Jungen-zentrierte Annahme, befriedigen sich Mädchen doch später und seltener.

Nachdenklich stimmt auch der letzte Satz, der intime Umgang mit sich selbst gehöre in die eigene Wohnung. Eigentlich gehört, die Bezeichnung „intim“ deutet es an, nicht nur der Umgang mit sich sich selbst in die Intimsphäre. Soweit die Theorie, leider sieht man in der Praxis, dass so auch viele Probleme in den eigenen vier Wänden bleiben. Um weder Opfer noch Täter zu werden, ist es notwendig, Respekt zu entwickeln. Vor anderen, aber vor allem für sich selbst. Für einen (selbst-)bewußten Umgang aller Jugendlichen mit Sexualität, bzw. ihren Sexualpartnern, darf auch Masturbation nicht länger ein Tabuthema sein.


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Unter Männern

24. November 2009 von Franziska

Hi,

ein paar Monate sind seit der Europawahl im Juni vergangen und beim Zurückblicken merke ich: Ich habe schon jetzt eine ganze Menge Erfahrungen als Abgeordnete gemacht. Interessanterweise immer wieder ähnliche.

Bei Akkreditierungen werde ich – jung, weiblich, blond – gefragt: Für welchen Abgeordneten holen Sie denn die Papiere? Diese Frage wiederholt sich jedes Mal, wenn ich offiziell ein Dokument abholen will, mich eintragen muss etc. Als junge blonde Frau wird man also sofort in die Kategorie ‚Assistentin von älterem männlichen Abgeordneten‘ gesteckt? Klar ist auf jeden Fall: Europaabgeordnete sind im Durchschnitt alt und männlich.

Interessant ist auch die Arbeit in den Ausschüssen. Ich wurde von meiner Fraktion, den Grünen, in den Auswärtigen Ausschuss, und stellvertretend in den Haushalt- und den Frauenausschuss gewählt. Die Zusammensetzung dieser Ausschüsse fällt schon sehr auf: Überwiegen im Auswärtigen und Haushaltsausschuss die Männer, gibt es im Frauenausschuss so gut wie keine. Am enttäuschendsten war die Wahl des Vorstands des Auswärtigen Ausschusses in der ersten Sitzung. Ein Vorsitzender und vier Stellvertreter, alle männlich, alle über 50 Jahre alt (und natürlich alle weiß).

Ich konnte die erste Sitzung nicht enden lassen, ohne dieses traurige Erscheinungsbild zu kommentieren. Meine erste Redezeit im Europaparlament verwendete ich also darauf, mein Bedauern über diese archaische Zusammensetzung zum Ausdruck zu bringen. Schweigen im Raum. Wer wagt da, sich so zu äußern? Zögerlich klatschen die Frauen aus meiner Fraktion, andere schlossen sich an, aber alles bleibt verhalten. Der neugewählte Präsident schließt schnell die Sitzung, aber nicht ohne vorher in meine Richtung zu sagen: „Auf eine hoffentlich gute Zusammenarbeit!“ Mal sehen …

In den letzten Wochen waren Frauen im Parlament schon ein riesiges Thema in Brüssel. Eine neue Kommission ist zu besetzen und es zeigte sich, dass die große Mehrheit der 27 Mitgliedsländer Männer für die Kommissionsposten vorschlugen – insgesamt wurden bis jetzt nur fünf Frauen vorgeschlagen. Das war Anlass für uns Grüne, eine fraktionsübergreifende Kampagne zu starten, unsere Drohung lautet: Wenn die neue Kommission nicht mindestens so viele weibliche Mitglieder hat wie die jetzige, werden wir en bloc im Europaparlament dagegen stimmen. Dafür brauchen wir natürlich auch die Stimmen einiger Männer. Mal sehen, ob es klappt.

Wir hoffen nun, dass mit der Ernennung von Lady Ashton als EU-Außenministerin der Druck fuer die Kommissionsbesetzung nicht sinkt, hier herrschen immer noch ’saudi-arabische Verhälntnisse‘. Für viele überzeugte Europäerinnen und auch für mich als Außenpolitikerin ist Lady Ashton eine Enttäuschung: Sie soll den neuen EU-Auswärtigen Dienst aufbauen, und dies ohne außenpolitische Erfahrung. Aber diese Kritik soll nicht unseren Elan schmaelern. Wir kritisieren viele der vorgeschlagenen Männer ja auch, ohne daraus abzuleiten, dass es falsch ist, Männer generell zu nominieren.

So long, eure Franziska


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Applaus für… einen mutigen Zehnjährigen

23. November 2009 von Magda
Dieser Text ist Teil 11 von 39 der Serie Applaus für

In den USA ist es in manchen Schulen morgendliches Ritual, den so genannten Pledge of Allegiance (Schwur zur Treue) aufzusagen, der wie folgt geht:

I pledge allegiance to the flag of the United States of America and to the republic for which it stands: one nation under God, indivisible, with liberty and justice for all.

(zu deutsch: „Ich schwöre Treue zur Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik für diese sie steht: Eine Nation unter Gott, unteilbar, mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle.„)

Genau diesen letzten Satz findet der zehnjährige Will Phillips aus Arkansas scheinheilig: In einem Land, in dem Homosexuelle in den meisten Staaten keine Toleranz erwarten können – geschweige denn heiraten dürfen – kann man nicht von „Freiheit und Gerechtigkeit für alle“ sprechen. So weigert sich der pfiffige kleine Junge jeden Morgen aufzustehen und den Spruch zu rezitieren bis man wirklich von Gerechtigkeit für alle sprechen kann und erntet dafür den Zorn seiner LehrerInnen und MitschülerInnen. Mit so viel Mut landet man dann auch auf CNN:


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Selbermach-Sonntag (22.11.09)

22. November 2009 von Helga

Selbermachsonntag Die Woche ist vorbei und es ist der letzte Sonntag, bevor die Adventszeit beginnt. Hier ist der Platz um Eure (Un-)weihnachtlichen Gedanken, Links und Diskussionen zu führen!


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Samstagabendbeat

21. November 2009 von Magda

Care Bears on Fire mit ihrem Song „Barbie, Eat a Sandwich“

Via Broadsheet und feministing.


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Ja meint nein oder nicht?

21. November 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 15 von 295 der Serie Die Blogschau

Zum Ende der Woche noch der Blick in die Blogosphäre und da war wirklich einiges los:

Auf Les petits Plaisirs macht Mademoiselle Nocturne sich Gedanken zur Verwirrung um „Nein sagen wenn man Ja meint“ – und ruft auf, die Verantwortung auf alle Beteiligten zu übertragen.

Bei all der Verwirrung um Einvernehmlichkeit – ist Vergewaltigern eigentlich klar, was sie machen? Solange das böse Wort nicht fällt… Ja. Der mädchenblog über die gesellschaftliche Kultur, die Vergewaltiger immer noch in ihrer Mitte duldet. Und noch der Verweis auf die ursprüngliche Auseinandersetzung auf Yes means Yes! mit den Studien, in denen sich Männer zu Vergewaltigungen bekannten.

Verpackung des Frauenarzt-Sets für Anfänger komplett mit Gleit- und Reinigungsmittelproben

Einmal selbst Frauenarzt(ärztin) spielen… Foto über Pimpettes


Ein ausgefallenes Spielzeug haben die Pimpettes gefunden: Das Frauenarzt-Set für den Hausgebrauch. Ob die Welt das wirklich braucht?

Für mehr Vielfalt im Kioskregal: In nicht mal mehr zwei Wochen erscheint die erste Ausgabe der outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik mit dem Schwerpunktthema „Emanzipation“.

DieStandard.at zum Ersten: Gehörlosen und schwerhörigen Frauen wird in Österreich über Lautsprachförderung hinaus kaum Bildung vermittelt, der Einstieg in den Arbeitsmarkt fällt ihnen entsprechend schwer. Eine höhere Karriere als Hilfsarbeiterin ist selten möglich.

Und zum Zweiten der Hinweis auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Am 25. November wird es dazu (nicht nur in Österreich) zahlreiche Aktionen und Demonstrationen geben.

Der nächste Termin, zumindest für Berlinerinnen, ist gleich am 26. November: Ein Benefitkonzert, einen Film und eine Diskussion gibt es um 19 Uhr, Thema ist die Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Frauen. Auftreten werden Sister Fa und Band, sowie als Gäste Maneko, Daveman, Louis Jean, Blow P und weitere, berichtet Nafisa. Die Erlöse gehen an die westafrikanischen NGO’s Tostan, Misereor und der Stiftung Umverteilen.

Über Vorurteile gegenüber Chancengleichheit gegenüber Kindern aus bildungsfernen Schichten und Gastarbeiterfamilien macht sich die Kaltmamsell, ihres Zeichens selbst Gastarbeiterkind, Gedanken. Mehr über Vorurteile und soziale Selektion gibt’s auf der Vorspeisenplatte.

Neue Regierung, neue Leitung der Antidiskriminierungsstelle. kopf und herz kommentiert die neue Leiterin. Vielversprechend klingt es leider nicht.

Nachdenklich geht es auch auf My-dentity zu. Die Konstruktion von Geschlecht, Klischees und Biologie – ist nicht der Mensch dahinter am wichtigsten?

Warum werden die Frauen nur immer so zickig – das Totschlagargument musste sich diese Woche „Emanze“ Lori anhören. In den Geschichten aus der honigsüßen Welt erzählt sie davon.

Last but not least: Der VÄTER Blog berichtet über ein Buch, das sich mit Erziehungszeiten für Väter beschäftigt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Lara Croft oder „damsel in distress“

20. November 2009 von Helga

Auf einen interessanten Artikel weist Kommentator_in efeu hin:

Die Gamestar nimmt in einem Artikel die Frauenbilder in Computerspielen auseinander. Frauen sind, neben älteren Semestern, die am schnellsten wachsende Zielgruppe für neue Spiele. Meist sind es klassische Browsergames oder eines der vielen Facebookspiele, in die man kurz in der Mittagspause schauen kann.

Mit den sogenannten Click-Management-Spielen existiert ein ganzes Genre, dessen simple Handlungsstränge fast immer davon erzählen, wie eine Frau durch Ehrgeiz und Cleverness zur Managerin einer eigenen Farm, Boutique oder Immobilienfirma aufsteigt. […]
In der Welt der Männerspiele nehmen Frauen in der Regel eine festgefügte Rolle ein, und das ist nur in Ausnahmen die der Heldin. Diese Rollen zeichnen sich in den meisten Fällen durch eines aus: ihre Klischeehaftigkeit.

Neben der Heldin gibt es noch die Begleiterin, die Gegenspielerin, das Opfer oder einfach das Accessoire. Ihnen gemein ist (bis auf wenige Ausnahmen) die unrealistische Darstellungsform. Möglichst wenig Rüstung über den ausladenen Dekolletés – kein Wunder, dass die Spiele mit Protagonistinnen häufig mit der Verfolgerperspektive arbeiten. Stereotyp ist übrigens auch die Hautfarbe, nicht-weiße Charaktere sind selten. Wenn es denn überhaupt eine Protagonistin gibt, denn die sind vergleichsweise selten.

Wichtig ist die Diskussion auf jeden Fall, denn Computerspiele werden im Leben von Jugendlichen und Erwachsenen immer wichtiger:

Menschen lernen durch das Beobachten und Imitieren von Vorbildern, und starke Figuren in Computerspielen sind solche Rollenmodelle. Welche Vorbilder die Frauen in Computerspielen sind, hängt davon ab, welche Positionen sie im Spiel einnehmen und wie ihre Charaktere gezeichnet sind: Heldin? Opfer? Biest? Oder spielen sie am Ende überhaupt keine Rolle, weil alle wichtigen Handelnden sowieso Männer sind?


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Hit the Bitch, oder: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, Dänemarkstyle

20. November 2009 von Meredith

Frage: Wie klärt man junge Männer darüber auf, dass  Gewalt gegen Frauen falsch, kriminell und abstoßend ist?

Antwort aus Dänemark: Man programmiert ein kostenloses Videospiel, in dem der Nutzer mit einer animierten Hand ein aufreizend gekleidetes und provokant daher redendes junges Modell schlägt. Wenn er sie dann zu Boden geschlagen hat, sagt man ihm, er wäre übrigens ein Idiot. Das haut sicher rein, bei gewaltbereiten präpotenten Frauenverachtern da draußen.

Die Initiative „Hit the Bitch“ hat viel Aufsehen erregt, in Dänemark und weltweit. Dahinter steht eine dänische NGO, die sich gegen häusliche Gewalt einsetzt. Mittlerweile ist die Seite für Besucher außergalb Dänemarks gesperrt – was die Betreiber mit dem „heavy traffic“ erklären, was aber auch daran liegen kann, dass dieses Spiel bisher ausschließlich Kritik geerntet hat. Oder vielleicht wollen die Betreiber auch einfach nur verhindern, dass Blogger_innen, die kein Dänisch sprechen (so wie auch hochachtungsvoll, Eure) sich über die Seite aufregen. Aber was wir gesehen haben, ist was wir kriegen – und allein nach ästhetisch-psychologischen Kriterien gibt es an „Hit the Bitch“ jede Menge auszusetzen.

Mit jedem Schlag, den der oder die Spieler_in dem Modell in dem flash-animierten Spiel versetzt, steigen seine Punkte an. Am Anfang, also bevor es zu Gewalt kommt, steht der Zeiger bei 100% Pussy, am Ende kommt er bei 100% Gangsta an. Liegt das Modell endlich bewusstlos am Boden, springt dem Spieler ein Text ins Gesicht, der ihn als 100 % Idiot bezeichnet und erklärt, dass er von Anfang an ein Looser war. Im Hintergrund läuft ein melancholischer Raptrack und überhaupt scheint sich die ganze Aufmachung vor allem an Jugendliche zu richten, die Hip Hop hören und in Nachtclubs gehen.

Während die Intention der Spielemacher sicherlich richtig war – die Unmittelbarkeit von Gewalt zu verdeutlichen und die jungen Prügeltypen in ihrem eigenen Kontext zu erwischen, ist die Ausführung leider völlig misslungen. Tatsächlich ist das Spiel sehr eindrucksvoll – ich habe, als die IP-Adresse noch offen war, wirklich versucht, wenigstens bis zur Mitte zu kommen, konnte aber einfach nicht mehr als einmal „zuschlagen“ – ich fand es zu schrecklich. Doch ist schon der ganze „Look“ des Spiels völlig fehl und überhöht – das sexy Mädchen, der schlechte Rapbeat, die Gangstasprache und unterscheidet sich durch nichts von anderen gewalttätigen Videospielen. Wer seine Freundin in Wirklichkeit schlagen würde, der scheut auch nicht davor zurück, wenn er sieht, wie ein virtuelles Mädchen am Boden liegt und fühlt sich von einem Computerspiel vermutlich auch kaum angegriffen. Zudem ist die Sprache mit all dem Bitch-, Gangsta- und Pussy-Slang völlig trivialisierend und richtet sich, und das grenzt schon an Rassismus, an eine Subkultur, die gerade nicht vorrangig aus weißen, wohlhabenden Dänen besteht.

Gut möglich, dass einige Feinheiten verloren gehen, wenn man des Dänischen nicht mächtig ist, doch spätestens bei deutschen Nutzern ist das ja auch egal – vor allem wenn sie über eine deutsche Website ankommen, die „Hit the Bitch“ als tollen Zeitvertreib anpreist – wie ich gestern noch gesehen habe, was aber wieder offline ist.

Überhaupt ist das ganze Konzept einer Gewaltsimulation zur Gewaltprävention reichlich absurd: Wer sein ganzes Leben mit Internet und Computerspielen aufgewachsen ist, lässt sich von einem Bildschirm, der ihn mit der relativ harmlosen Invektive „Idiot“ belegt, wahrscheinlich eher nicht beeindrucken. „Hit the Bitch“ ist nicht nur als Aufklärungsmittel völlig fehl geschlagen, ich würde sagen, es is nichts als ein weiterer Beitrag zu der Gewalt gegen Frauen im Internet – und davon gibt es wirklich schon mehr als genug. Lieber 2pac fragen:


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Transgender Day of Remembrance in Berlin

20. November 2009 von Magda

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Morgen, am 21. November, findet im Foyer des Rathauses Schöneberg in Berlin zum elften Mal der Transgender Day of Remembrance statt, ein Tag zum Gedenken an ermordete Trans-Leute, der 1998 von Gwendolyn Ann Smith nach dem Mord an Rita Hester ins Leben gerufen wurde.

Auf dem Gender Studies Blog ZtG von der Humboldt Universität zu Berlin heißt es:

Allein dieses Jahr sind bis zum Sommer weltweit über 80 Morde bekannt geworden, aber auch Gewalt und Diskriminierung sind überall auf der Welt alltägliche Realität für viele Leute, deren Geschlechtsidentität nicht zur strikten Zweiteilung der Menschheit in «Frauen» und «Männer» passt.

(Auf eben erwähnten Blog gibt es auch alle nötigen Informationen zum Programm.)


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Nicht vergessen…

19. November 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 13 von 362 der Serie Kurz notiert

Die (feministischen) Themen der Woche, die hier bisher noch nicht zur Sprache kamen:

Der Spiegel berichtet von der Steinigung einer Ehebrecherin in Somalia. Die regierende radikale Miliz hat bereits vergewaltigte Teenager und geschiedene Frauen wegen „Ehebruchs“ zum Tode verurteilt.

Beim Spiegel gibt es auch ein Video mit der neuesten FEMEN-Aktion. Die ukrainischen Feministinnen protestieren gegen Sexismus und ungewollte, weitgehende Avancen von Kommilitonen und Professoren.

Die BBC berichtet über eine neue Studie zu Intimoperationen. Danach seien die Risiken noch viel zu unerforscht und würden von den Chirurgen verharmlost. Das Argument, vorstehende Schamlippen könnten Schmerzen bereiten, sei meist psychologisch bedingt, sonst müssten Männer, deren Genitalien noch viel weiter „herausragen“, weit größere Unanehmlichkeiten haben.

Neue Studien disktutiert auch die New York Times. Hilft Stillen beim Abnehmen nach der Geburt? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber sollte man Stillen wirklich als Diätmethode sehen?

100.000 Euro lobte Nordrhein-Westfalens Innovationsministerium als ersten Gleichstellungspreis für Universitäten und Hochschulen aus. Die Uni Duisburg-Essen, die Uni Paderborn und die FH Bielefeld bekommen jeweils diese Summe, da sie ihren Ansprüchen auch Taten folgen liessen, so die taz. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Frauenanteil in den MINT-Fächern.

Am 24. November veranstaltet der VDE in Berlin das VDE-Symposium „Karrierestart für Absolventinnen von MINT-Studiengängen der Elektro- und IT-Branche“. Studentinnen und Berufseinsteigerinnen können dort andere „Young Professionels“ und Vertreter aus Firmen und Hochschulen treffen.

In Indien sind Wähler_innen nicht mehr auf die Geschlechtskategorien „männlich“ und „weiblich“ beschränkt: Transgender, Intersexuelle und Eunuchen können nun O wie „other“ ankreuzen, berichtet CNN.

Der Harvard Business manager über eine Kundinnenbefragung: Was wollen Frauen wirklich? Weniger Klischee und mehr Praktikabilität.

Christa Walliczek, Erzieherin, fordert im Interview mit der Sueddeutschen mehr Förderung und weniger reine Lippenbekenntnisse für Kinder aus sozial schwachen Familien.


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