Archiv für May, 2008

Selbermach-Sonntag (25.5.08)

Sunday, May 25th, 2008 von Susanne

Her mit euren Terminen, Texten, Links, Ideen, Gedanken! Und schönen Sonntag allerseits.

Gesine Schwan for President?

Friday, May 23rd, 2008 von Susanne

Die Präsidentin der Europauniversität Viadrina in Frankfurt Oder, Gesine Schwan, will Bundespräsidentin werden. Sie startet nach ihrer Niederlage 2004 einen zweiten Versuch.

Tolle Nachrichten!, dachte ich mir heute Morgen bei der Zeitungslektüre, denn ich mag Gesine Schwan persönlich sehr, ihre kompetente, herzlich-angriffslustige Art und ihren scharfen Verstand.

Was denkt ihr über die Kandidatur, die am Montag ofiziell bekannt gegeben werden soll? Was würdet ihr euch von Schwan als Bundespräsidentin erwarten?

(Foto über die Viadrina)

Gute Frage

Friday, May 23rd, 2008 von Susanne

Braucht man an Zebrastreifen außer den Schildern, auf denen ein Mann zu sehen ist, auch welche mit einer Frau drauf?

Die Schweden sagen: Ja.

(Das Schild da oben steht in Laos. Dank an Irina für den Link.)

Warten aufs Heiraten?

Wednesday, May 21st, 2008 von Barbara

“Darauf haben Millionen von Frauen gewartet.” Mit diesem Satz werden immer wieder Dinge angepriesen, die ich kaufen, sehen und tollfinden soll. Meistens kaufe, sehe oder tollfinde ich diese Dinge dann doch nicht. Weil ich nicht darauf gewartet habe.

Nummer 2: “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit”

Vielleicht ist es unnötig zu sagen, dass ich nicht auf eine weitere Hochzeits-Dokusoap gewartet habe. Und vielleicht ist es sogar gehässig, einfach mal das zu zitieren, was unter Pressestimmen auf der RTL II-Website zum Start ihrer neuen Show zum Thema “Unter die Haube in weiß” steht. Das ist nämlich recht lustig, wer da wen heiratet oder wen überrascht:

Sehr gut kommt das neue Format “Heirate mich - Geheimprojekt Hochzeit” bereits im Vorfeld bei der Presse an. Hier ein paar Auszüge:

Bild + Funk über Aleks Bechtel: “Als Hochzeitsengel kehrt die hübsche junge Mama auf den Bildschirm zurück, tauscht Rassel und Babypuder gegen das Mikrofon.”

TV Movie: “Romantik im Wonnemonat Mai: […] Auch bei RTL II hängt der Himmel voller Geigen: In “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit” überrascht Aleksandra Bechtel einen ahnungslosen Bräutigam mit einem Heiratsantrag. Drei Tage Bedenkzeit bleiben den Auserwählten, um mit einem entschlossenen ‘Ja, ich will’ zu antworten!”

Ihr Fernsehleute! Sucht euch neue Themen! Für die Zukunft, für das Land, für die Hoffnung!

P.S.: quotenmeter.de schreibt zu meinem Entsetzen, der Start der Serie wäre gar nicht so übel gewesen:

… sahen im Schnitt 0,82 Millionen 14- bis 49-jährige Fernsehzuschauer die Premiere der etwas anderen Kuppelshow, der Marktanteil lag mit 6,8 Prozent im Bereich des derzeit sehr starken Senderschnitts…

“Die Leute denken, sie wüssten alles über mich. Dabei wissen sie gar nichts”

Wednesday, May 21st, 2008 von Susanne

Braucht die Welt wirklich noch eine Geschichte über Charlotte Roche? Ja - wenn sie so gut ist wie die im heute erschienenen Zeit Leben. Denn die Autorin Annabel Wahba macht sich im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen mal die Mühe, Charlotte Roche auch zu begleiten, ihr zuzuhören, ihr nicht mit einer vorgefestigten Meinung entgegenzutreten und überhaupt mal den ganzen Interpretationsquatsch wegzulassen - der den meisten Feuilletonisten ja doch nur dazu dient, sich selbst darzustellen. Und so gerät diese Geschichte zum Portrait einer ganz wunderbaren, durchgeknallten jungen Frau.

Die etwas zu sagen hat. Diesmal hält sich die Verfasserin des Artikels auch angenehm zurück mit einem Urteil, ob Charlotte Roche denn nun Feministin sei oder nicht. Stattdessen darf diese mal selbst ein paar Gedanken mehr zum Feminismus verlieren:

Charlotte Roche erzählt von den Selbsterfahrungskursen der siebziger Jahre, in denen Frauen gemeinsam ihre Körper erkundeten. Heute herrsche unter Frauen Sprachlosigkeit, was Sexualität anbelange. Charlotte Roche will mit ihrem Buch unterhalten, aber vor allem junge Leserinnen scheinen darin etwas Befreiendes zu finden, und sei es nur das Lachen darüber. Ihnen gefällt, dass da jemand ein übertriebenes und dadurch komisches Gegenbild zu den Frauen in der Werbung und im Fernsehen entwirft.

Einen Gedanken zum Thema Feminismus stellt die Zeit-Autorin dann doch noch in den Raum und zeigt, wie wichtig die Feministin Roche für die deutsche Frauenbewegung sein kann:

Dass viele in Charlotte Roche dennoch die Vorkämpferin eines neuen Feminismus sehen, liegt auch daran, dass es in Deutschland nur eine Ikone der Frauenbewegung gibt, Alice Schwarzer. Die hat ihre eigene Sexualität zur Privatsache erklärt. Und deshalb freuen sich jetzt so viele Frauen, dass es eine Charlotte Roche gibt, die sich als Feministin bezeichnet und trotzdem Spaß am Sex mit Männern propagiert.

P.S.: Ich habe mich jetzt übrigens auch endlich getraut und angefangen, “Feuchtgebiete” zu lesen. Was für ein Spaß! Nach dieser riesigen Aufregung ist das Buch gleich doppelt so lustig. Ich muss mich die ganze Zeit kaputt lachen. Über die Spießer da draußen.

Danke Mutti!

Tuesday, May 20th, 2008 von Mrs. Pepstein
Dieser Text ist Teil 9 von 11 der Serie Mrs. Pepsteins Muttiblog

Ich komme ein bisschen zu spät mit meiner Muttis-Mutti-Kolumne, schließlich ist der unsägliche Muttertag, an dem sich Hinz und Kunz bei seiner Mutter dankbar erweist für alles je fürs Kind getane und dabei noch die florale Wirtschaft ankurbelt, vorbei.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Der Muttertag an sich bedeutet mir nichts oder nicht viel. Klar, als Kind habe ich meiner Mutter auch immer etwas (natürlich selbst gebasteltes) geschenkt und an diesem Tag gemeinsam mit Vati den Tisch gedeckt. In diesem Jahr wurde auch ich zu diesem Anlass beschenkt mit einer selbst gebastelten Filzkette in meinen Lieblingsfarben und konnte zumindest den Gedanken an Tränen der Rührung nicht von mir weisen.

Aber letztendlich ist dieser Tag doch ganz schön verlogen, geht es doch darum, die „Frau daheim“ in ihrer festgefahrenen Rolle zu bestätigen und darin zu bestärken, dass es das Größte der Welt ist, für alle den Laden zu schmeißen und im schlimmsten Fall auch noch dem Mann den Rücken frei zu halten.

Natürlich spielte das auch in meiner Kindheit eine Rolle: Meine Mutter war die meiste Zeit zu Hause präsent, sie war diejenige, die mir bei den Hausaufgaben half, das Essen zubereitete und die Wäsche wusch. Aber: meine Mama war (und ist es auch heute noch) berufstätig, es war für mich normal, dass sie nicht immer da war, dass ich nach der Schule an manchen Tagen mit zu Freundinnen ging, weil meine Mutter arbeiten war (nachmittägliche Betreuung an der Schule gab es damals nicht) und dass manche Wochenende keine Eltern-Kind sondern Vater-Tochter-Wochenenden waren, weil auch da meine Mutter arbeiten musste und wollte.

Letzteres war das Entscheidende, was meine Mutter mir für meinen Weg mitgegeben hat: Es ist nicht alleine das Geld, das man mit Arbeiten verdient, es kommt darauf an, dass einem der Job auch Spaß macht und einen fordert. Für diese „Mitgift“ bin ich heute sehr dankbar, denn obwohl ich in einem Umfeld von vormittags Tennis spielenden und sich den Rest des Tages voll auf Kinder und Haushalt konzentrierenden Müttern aufgewachsen bin, war meine Mutter nicht so. DANKE MUTTI!

Von Emma prämierte Textperlen

Tuesday, May 20th, 2008 von Susanne

Die Siegerinnen und Sieger des Emma-Journalistinnen-Preis 2008 stehen fest. Gewonnen haben (und hier verlinkt zum Nachlesen):

1. Preis:
Renate Meinhof, “Alles bleibt anders“, Süddeutsche Zeitung

2. Preis:
Barbara Hardinghaus, “Der Jahrhundertmensch”, Spiegel

3. Preise:
Christiane Kohl, “Eingeholt vom alten Schrecken”, Süddeutsche Zeitung
Susanne Krieg, “Braut wider Willen”, Geo
Sonja Banze, “Die Ding-Dynastie”, Park Avenue

Drei Männerpreise:
Mario Kaiser, “Die Freiheit der anderen”, Spiegel
Florian Klenk, “Die nackte Gewalt”, Die Zeit
Dirk Kurbjuweit, “Die Frauenrepublik”, Spiegel

Sonderpreis:
Susanne Schneider, “Hurra, ich lebe noch!”, SZ-Magazin

Förderpreis:
Pia Döhler für die Serie “Rollentausch – Frauen in Männerberufen”, Neue Presse Coburg

Wir brauchen eure Unterschrift.

Monday, May 19th, 2008 von Susanne

Es geht um eine europaweite, einheitliche Anti-Diskriminierungsrichtlinie. Diese wurde 2004 zwar von Kommissionspräsident José Manuel Barroso versprochen, steht derzeit aber auf der Kippe - vor allem weil in Deutschland die CDU/CSU versucht, einen allgemeinen Rechtsanspruch bei Diskrimierung zu verhindern. Der neue Vorschlag von Barroso soll sich auf eine Richtlinie beschränken, die ausschließlich Behinderten Rechtssicherheit garantiert. Damit gäbe es keine europäische Vorgabe gegen Diskriminierung z. B. aufgrund von Geschlecht, sexueller Ausrichtung, ethnischer Herkunft, Weltanschauung oder Alter.

Deshalb wollen wir gemeinsam mit anderen Publizistinnen und Publizisten, Politikerinnen und Politikern laut darauf aufmerksam machen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes mit all jenen solidarisieren, denen ein EU-Gleichbehandlungsgesetz in dem Moment helfen könnte, in dem sie eben nicht gleich behandelt werden.

Den Aufruf Ganz Europa ohne Diskrimierung! könnt ihr online unterschreiben, eine Protestmail senden und außerdem dieses Posting oder den Aufruf selbst an alle eure Freunde und Bekannte verschicken, in euren Blogs oder in eurer del.icio.us-Liste auf das Thema aufmerksam machen.

Kann Feminismus Spaß machen?

Monday, May 19th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 2 von 12 der Serie Grundsatzfragen

Im Jugendmagazin Neon, dessen Juni-Ausgabe seit heute am Kiosk liegt, stehen folgende Sätze:

Die neuen Feministinnen gehen jedenfalls immer noch gerne auf Partys, aber nicht nur, denn Spaß macht es mittlerweile auch wieder, sich zu engagieren. Deshalb schreiben sie Bücher, die sie »Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht«, »Neue deutsche Mädchen« oder eben auch »Feuchtgebiete« nennen, gehen mit diesen Büchern auf Lese- und Interviewtour und betonen, dass Feminismus jetzt wieder cool und außerdem sehr spaßig sei. Die Frage ist nur: Kann er das überhaupt sein?

Für mich ist ja der amerikanische Feminismus der beste Beweis, dass die Antwort JA lauten muss. Wer regelmäßig Zeit auf feministe.us, feministing.com oder Bitch Ph.D. verbringt oder Jessica Valentis “Full Frontal Feminism” gelesen hat, wird mir vielleicht zustimmen.

Mir kommt bei dieser Art von Diskussion immer der leise Verdacht, dass deutsche Journalisten (ach nee, wir sind ja selbst welche), also vielleicht die Deutschen allgemein, nicht glauben wollen, dass man ernsthafte Themen nicht immer nur mit bitterer Miene und in verklausulierter Sprache angehen kann.

Man merkt das ja, wenn man wissenschaftliche und auch feministische Literatur aus dem angelsächsischen und dem deutschen Sprachraum vergleicht. Während die Amerikaner es schaffen, unterhaltsame und zugleich fundierte Bücher zu komplexen Themen zu schreiben, gibt es in Deutschland sofort eins mit der Keule “Populäres Sachbuch” drauf - oder ist eben kaum lesbar.

Mit der feministischen Diskussion scheint es ähnlich zu sein: Wer etwas ernst meint, muss gleichzeitig ein Bekenntnis zur Spaßbefreiung ablegen, könnte man meinen. Die These “Feministisches Denken und Handeln ist wichtig und kann Freude bereiten und dein Leben bereichern” scheint für viele Leute nicht zum Aushalten zu sein.

Wie seht ihr das, liebe Leserinnen und Leser? Kann Feminismus Spaß machen, darf er das? Oder wird die Sache dadurch aufgeweicht?

P.S:: Wir können schon mal sagen: Dieses Weblog macht zwar viel Arbeit, aber - Überraschung! - Spaß macht es uns auch, und zwar sehr.

(In der Rubrik “Grundsatzfragen” diskutieren wir Grundsätzliches zum Feminismus. Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.)

Mannschaftspost: Träume basteln und gewinnen

Monday, May 19th, 2008 von Susanne

Wir wollen eure Wünsche, eure Träume! Also: wissen, was ihr euch für die Zukunft wünscht, wovon ihr träumt, wenn ihr an die Zukunft der Frauen - und Männer? - in unserem Land und in der ganzen Welt denkt.

Wir wollen aber keine Texte, sondern Bilder: Es gibt die großartige Bilder-bebastel-AktionDreams for Women” des Antigone Magazines. Die Idee klauen wir hiermit einfach mal, weil wir wissen wollen, wie ihr eure Wünsche und Träume in Bildern ausdrückt. Schickt uns ein JPG, ein PDF oder einen Link zu einem selbstgemachten Youtube-Video an mannschaftspost(at)web.de.

Fünf der Einsendungen, die uns bis zum 15. Juni erreichen, werden mit einer Alphamädchen-Tasche belohnt:

(In die Tasche passt ein A4-Ordner, sie hat innen ein Dokumenten-Fach, eine Handy-Tasche und vier Stiftfächer.)