Archiv für April, 2008

Die beste Zeit des Berufslebens

Thursday, April 24th, 2008 von Barbara

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Wie gut der Spiegel das doch wieder erkannt hat: Frauen sind nur bis Mitte 30 was wert, und wenn sie dann auch noch Kinder haben, kann man sie eigentlich vergessen:

Jennifer Lopez hat beruflich ihre besten Jahre hinter sich. Als Frau mit einem Lebensalter von 38 und als Mutter von zwei Kindern ist sie in der Musikbranche schwer zu positionieren, auf attraktive Kinorollen darf sie sich kaum noch Hoffnungen machen.

Auweia!

Alt macht unsichtbar

Thursday, April 24th, 2008 von Barbara

(c) dpa über taz Betagte Single-Damen leben in Armut, titelte die taz gestern. Ihr Leben lang haben sie für andere gekocht, den Boden gewischt oder die Hemden gebügelt, nun droht ihnen ein Lebensabend ohne Geld. Weil die typisch weibliche Arbeit nicht entgeltet wird. Und so malt die Statistik für alte Frauen kein rosiges Bild:

Altersarmut ist kein geschlechtsneutrales Problem. Sie ist vor allem weiblich. Von den 370.500 über 65-Jährigen, die von Sozialhilfe leben, sind rund zwei Drittel Frauen. … 35,7 Prozent der Frauen erhalten zwischen 600 und 750 Euro pro Monat. Mehr als ein Drittel der Frauen liegt sogar noch darunter. Bei den Männern erhalten immerhin rund 60 Prozent eine Rente zwischen 900 und 1.500 Euro.

Die 76-jährige Österreicherin Elisabeth Hellmich hat über die Sorgen von alten Frauen promoviert, ihr Buch “Forever young? Die Unsichtbarkeit alter Frauen in der Gegenwartsgesellschaft” ist 2007 im Milena Verlag erschienen.

“… für alle Frauen, die sich nicht bevormunden lassen wollen.”

Thursday, April 24th, 2008 von Susanne

Es gibt eine weitere Klage gegen ein Großunternehmen wegen Geschlechterdiskriminierung: Die 35-jährige Barbara Steinhagen war bis vor Kurzem Geschäftsführerin beim Musikkonzern Sony BMG und stand kurz vor einer Beförderung. Doch als sie kurz davor bekannt gab, schwanger zu sein, bekam statt ihr ein Kollege die schon zugesagte(!) Stelle. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt:

Schwangerschaft gilt im Berufsleben als “Karrierekiller”, doch die Gerichte in Deutschland beschäftigt dieser Vorwurf bislang nur selten. Der Beweis einer solchen Ungleichbehandlung gilt oft als schwierig. Die Klage von Barbara Steinhagen könnte daran etwas ändern.

Barbara Streinhagen ist sich ihrer Rolle als Vorreiterin bewusst. Der FAZ sagte sie: “Ich hoffe, dass das Urteil endlich mal ein Zeichen setzt, dass auch Frauen mit Kindern arbeiten wollen - und können.” Und die Süddeutsche Zeitung zitiert sie heute mit den Worten: “Ich kämpfe nicht nur für mich, sondern für alle Frauen, die sich nicht bevormunden lassen möchten.”

Deutschland, Schwarz Weiß

Wednesday, April 23rd, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 6 von 20 der Serie Die Feministische Bibliothek

(c) C. Bertelsmann Der Bruder des Sexismus heißt Rassismus. In ihrem Buch “Deutschland Schwarz Weiß” macht die Journalistin und Musikerin Noah Sow eine Bestandsaufnahme über den alltäglichen Rassismus in Deutschland. Das Buch hinterlässt zwiespältige Gefühle, einerseits möchte man ihr nur Recht geben, dass sie sich empört über Kolonialreste wie zum Beispiel Figuren von Mohren, die in Restaurants aufgestellt werden oder die Unart einiger Leute, Schwarzen mit den Worten “Sind die echt?” ungefragt die Haare zu zerwuscheln. Andererseits schießt sie dann doch etwas übers Ziel hinaus, beispielsweise dort, wo sie in den Alien-Filmen oder bei Starwars Rassismus postuliert.Stellen, die mir gefallen haben, sind etwa die über Frauenrechte:

Das Allgemeinwissen der weißen Deutschen hinsichtlich Rassismus ist im Groben vergleichbar mit dem “Wissen” der Männer über die Rollen und die Behandlung von Frauen um 1850. Die einen wiegelten ab … , die anderen waren irrational-verwirrt …, der Rest wurde unterschwellig aggressiv. … Damals waren Männer entweder verängstigt, was sie nicht laut sage durften, weil es sich ja um Frauen handelte, von denen sie sich bedroht fühlten, … oder sie waren viel faul, um sich mit dem Thema Frauenrechte ernsthaft auseinanderzusetzen, unter anderem, weil sie das ja garnicht nötig hatten. Die Gesellschaft war währenddessen der festen Überzeugung, dass alles normal sei.

Oder die über Rassismus in den Medien:

Auch das Spiegel-Titelblatt zum Leitartikel “Das Böse im Guten - Die Biologie von Moral und Unmoral” … ziert eine weiße Frau als gut/die Moral, in deren Hinterkopf das Böse/die Unmoral sitzt: die Schwarze Frau. … ein Beispiel für die Tradition dieses Heftes, die weiße dominante und etablierte Sicht von “Schwarz” und “weiß” mit ihrem gesellschaftlichen Kontext aktiv zu bestätigen und aggressiv immer wieder neu zu etablieren. … Auf einem Titelblatt vom September 2007 über China beispielsweise lautete die Headline “Die gelben Spione”. Wie bitte? Gelb? Was soll das aussagen, außer dass die Redaktion rassistischen Assoziationen ganz gern freien Lauf lässt?

Kurz: Ein Buch, das es darauf anlegt, ab und zu in die Ecke gefeuert zu werden. Aber am Ende dann doch zum Nachdenken anregt. Erschienen bei C. Bertelsmann, 14,95 Euro.

Fußball im Geheimen

Wednesday, April 23rd, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 12 von 12 der Serie Grundsatzfragen

Morgen läuft ein toller Dokumentarfilm an: “Football Undercover” von Ayat Najafi & David Assmann. Er zeigt das Zusammentreffen einer deutschen und einer iranischen Frauenfußball-Mannschaft. Diese Begegnung wurde von den Filmemachern initiiert - herausgekommen ist eine Dokumentation über die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Reibungspunkte zweier ganz unterschiedlicher Kulturen.

Ansehen!

Weniger Rechte als ein Kind

Wednesday, April 23rd, 2008 von Susanne

In einem aktuellen Report von Human Rights Watch kommt die Autorin Farida Deif zu dem Schluss, dass saudi-arabische Frauen weniger Rechte haben als Kinder in westlichen Ländern. Denn Frauen müssen sich für jede einzelne Entscheidung in ihrem Leben die Erlaubnis eines Mannes einholen und bei jedem Schritt, den sie tun, eine männliche Begleitung dabeihaben. Farida Deif sagt: “Für saudische Frauen bringt das Erwachsenenleben keinerlei Rechte mit sich, nur Pflichten.”

So bleibt den Frauen der Zugang zum öffentlichen Leben weitestgehend verwehrt. Human Rights Watch empfiehlt deshalb dringende Reformen, unter anderem in Bezug auf die Rechte von Frauen im Gesundheitssystem, auf Bildung und auf Zugang zu öffentlichen Gebäuden.

Hallo Mama, ich bin im Fernsehen!

Wednesday, April 23rd, 2008 von Susanne

Heute Abend sendet Frau TV einen Beitrag über uns - yay:

Feministinnen? Das sind doch die mit lila Latzhosen, die gegen Männer sind? Für viele Frauen und Männer ist der Begriff “Feministin” ein echtes Schimpfwort. Feminismus - so finden viele - ist unsexy, männerfeindlich und eigentlich komplett überholt. Das krasse Gegenteil beweisen immer mehr junge Frauen wie die Autorinnen Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl. Alle unter 30 Jahren, durchaus sexy, lebensfroh und klug. frauTV besucht die Autorinnen des Buches „Wir Alphamädchen“ – alle drei bekennende Feministinnen.

Mittwoch, 23. April, um 22.00 Uhr im WDR (Wiederholung am kommenden Freitag um 13.30 Uhr)

“Mama, Glitzer!”

Tuesday, April 22nd, 2008 von Mrs. Pepstein
Dieser Text ist Teil 7 von 11 der Serie Mrs. Pepsteins Muttiblog

Hm, letzten Samstag war ich alleine mit meiner Tochter (4) einkaufen. Sie brauchte neue Hausschuhe für den Kindergarten und Badelatschen. Schon vorher wurde ich von Tochterseite schonend vorbereitet: „Mama, die müssen aber mit Glitzer sein“, und da habe ich ja primär auch nix dagegen, wachsen doch meine Kinder doch in einer geschlechterrollenmäßig für meine Begriffe tollen Umgebung auf: In ihrem Kindergarten gibt es gleich viel Erzieher wie Erzieherinnen, meine Freund und ich teilen uns die Hausarbeit sichtbar auf, in unserem Freundeskreis gibt es mehrere Männer, die in Elternzeit sind und und und.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Das Problem ist ja aber: Geh mal in einen Schuhladen und versuch, etwas Neutrales zu finden! Die Hausschuhe für Jungs sind durchweg dunkelblau, aber mit Fußbällen und im schlimmsten Fall mit Bob der Baumeister übersäht. In der Mädchenschuhabteilung ist alles rosa oder/und es glitzert. Warum gibt es zum Beispiel keine einfarbigen Schuhe mit Obst drauf? Warum muss jedes Kind heute selbst mit seinen Schuhen sein Geschlecht belegen?

Nun weiß ich als aufgeklärte Mutter, dass Kinder ihre Identität finden müssen, und dass es zum Beispiel gar nichts bringt, Mädchen von ihrer Rosa-Glitzer-Phase abhalten zu wollen, denn wie das Wort schon sagt, es bleibt oft eine Phase, aber wie kann man da wieder rauskommen, wenn das Warenangebot rosa-dominiert ist? Also rufe ich an dieser Stelle alle Modedesigner, Wareneinkäuferinnen und Kleidermacher dazu auf: lasst euch mal was neues einfallen: coole Mode kompatibel für Mädchen UND Jungen OHNE Prinzessinnenkrönchen, Auto, Fußball, Flugzeug oder Blümchen. Viel Spaß beim kreativen Austoben!

Wünscht

Mrs. Pepstein

P.S.: Ihr wollt wissen, welche Schuhe wir gekauft haben? Sie sind lila (und mit Glitzer…)

Gute Frage

Monday, April 21st, 2008 von Susanne

Kann man Feministin bzw. Feminist sein und trotzdem jede Folge der Serie “Sex and the City” verschlungen haben?

Guardian-Autorin Alice Wignall sagt: Ja.

Alarm, Alarm! Unsere Busen werden abgeschafft!

Monday, April 21st, 2008 von Meredith

Wegen Mode gesperrt: Eine weitere weibliche Körperzone soll jetzt aus den Augen und aus dem Sinn verschwinden. Nach Berichten aus den Modemedien geht der Trend jetzt angeblich zur Brustversteckung, auf BuzzFeed extrem populär ist gerade das Stichwort flat chest. Also keine üppigen Dekolletes mehr, adieu Push-Ups und Polster-BHs. Nachdem wir jetzt alle vollauf versorgt mit solch erweiternder Unterwäsche sind, versucht die Modeindustrie die “Brust-Minimierer” unters Volk zu bringen. Erst mussten unsere Ärsche und Hüften dran glauben, jetzt sind die Görls auch dran. Wofür sollen Frauen sich denn als nächstes schämen? Sollen wir dann unsere Vaginas auch noch abbinden?

Das glauben die ja wohl selbst nicht.