Archiv für March, 2008

Niiiiice!

Thursday, March 27th, 2008 von Susanne

Oh, wie gern hätte ich diesen Kuli! Ach so, kann man kaufen, bei Stickersisters.

Gesehen bei Feministing (Ich stimme Jessica zu: Wie toll wären denn bitteschön Stifte mit “action is glamour”!)

“Afghan Star”-Kandidatin erhält Morddrohungen

Wednesday, March 26th, 2008 von Katrin

Das Format von “Deutschland sucht den Superstar” gibt es bekanntermaßen auf der ganzen Welt. Wer aber hätte gedacht, dass es auch in Afghanistan ein Äquivalent zu Bohlens nervigem Eintagsfliegen-Casting gibt? “Afghanistan sucht den Superstar” schreibt die Netzeitung und gefunden wurde dieser auch schon.

Doch viel interessanter als die Nachricht, dass ein 19-Jähriger von hunderten jungen Männern für seinen Sieg bei dieser Show umjubelt wurde, finde ich die Geschichte der 20-jährigen Lima Sahar (im Video), die als erste Kandidatin der nun schon seit drei Jahren existierenden afghanischen Fernsehshow überhaupt unter die besten drei kam: Sie bekam Morddrohungen. Grund dafür ist nicht etwa, dass sie kein Kopftuch trug (das tat sie immer brav), sondern vielmehr dass religiöse Gelehrte des Landes der Meinung sind, Sendungen wie “Afghan Star” trügen zur Untergrabung der Traditionen bei und stärkten die “Unmoral”.

Lima Sahar kommt außerdem aus der afghanischen Provinz Kandahar, die früher eine Hochburg der Taliban war und bis heute extrem konservativ ist: Noch vor sieben Jahren durften Frauen dort nicht ohne ihre Männer auf die Straße und mussten ihre Körper von Kopf bis Fuß verschleiern. Lima Sahar will sich aber nicht unterkriegen lassen: “Ich verliere nicht meinen Mut, denn ich habe den dritten Platz dank der Stimmen meines Volkes erreicht, und ich weiß, ich werde weiter erfolgreich sein.”

Eine weitere Kandidatin, Setara Hussainzada, musste ebenfalls von zu Hause fliehen, weil sie Morddrohungen erhalten hatte. Erschütternd auch die Äußerungen eines Regierungsmitglieds. Die Netzeitung zitiert:

„Ein Regierungsmitglied, das nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, die afghanische Regierung habe nichts gegen Sendungen wie den «Superstar»-Wettbewerb. «Aber wir haben Angst, dass Extremisten dies als Argument benutzen, um den Menschen in ländlichen Gegenden zu zeigen, dass wir westlich geprägte Programme fördern, die sie als unislamisch verurteilen.» “

Die Top 3 der Pepsteinerlebnisse auf der Leipziger Buchmesse

Tuesday, March 25th, 2008 von Mrs. Pepstein
Dieser Text ist Teil 5 von 11 der Serie Mrs. Pepsteins Muttiblog

(C) Eva Hillreiner

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

TOP 1 Donnerstag

Charlotte Roche auf einem blauen Sofa im Interview mit einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung, ich erkämpfe mir mit Kind an der Brust einen Platz in der zweiten Reihe. Das Buch von Frau Roche habe ich schon gelesen und bin begeistert über die Themenbandbreite des Buches, es geht nämlich für alle, die es noch nicht gelesen haben NICHT nur um Analsex, sondern unter anderem auch um schwierige Mutter-Tochter-Verhältnisse, Frauen, die sich selbst befriedigen und Krankenhausalltag. Leider muss/darf Frau Roche in dem Interview fast ausschließlich über Sex reden und das war dem Journalisten auch selbst peinlich, denn explizite Ausdrücke sollte doch bitte Frau Roche für ihn aussprechen. Ich bin enttäuscht, dass Frau Roche nicht über die anderen Themen des Buches reden „darf“ und ziehe mit Kind auf dem Arm von dannen. Liebe JournalistInnen, die ihr auch noch vorhabt Frau Roche zu ihrem Buch „Feuchtgebiete“ zu interviewen, fragt sie doch bitte auch mal nicht nach Analsex. Danke.

TOP 2 Freitag

Ich darf heute selbst lesen, und bin ganz aufgeregt. In dem Buch „Hot Topic“, herausgegeben von Sonja Eismann, habe ich einen Artikel über meine Radiosendung „Mrs. Pepsteins Welt“ geschrieben und darf diesen im Conne Island vorlesen. Sonja Eismann ist auch da. Mit von der Partie ist auch mein vier Monate altes Baby samt Babysitterin, da mein Freund ungünstigerweise ausgerechnet in dieser Woche auf einer anderen Messe außerhalb Leipzigs weilt. Die beiden sind im Backstageraum (ein Beweisfoto gibt es!) und an diesem Abend bin ich sehr froh über das Rauchverbot, das hier und in dem ganzen Club gilt. Unmittelbar vor dem Lesen will ich noch mal Stillen …Was macht mein Kind? Es lacht mich an, aber von trinken keine Spur … Also gehe ich relativ unsicher auf die Bühne, mit einem Ohr in Richtung Backstage. Sonja und ich werden vorgestellt, Sonja stellt selbst das Buch vor und das Gebrülle im Backstage geht los! Ich also nach hinten, Kind stillen, währenddessen liest Sonja Eismann den ersten Artikel über Indie-Mutterschaft und bin froh, dass wir im Vorfeld darüber geredet haben, wie sie sich verhält, wenn ich auf einmal weg bin. Nach dem Stillen warte ich am Bühnenrand und fange dann selbst mit dem Lesen meines Artikels an, das heißt, das will ich, aber aus der hinteren Ecke höre ich mein Kind wieder schreien. Zur Beruhigung des Publikums (und auch zu meiner eigenen) sage ich: „Es ist alles okay, ja, das ist mein Kind, das hier schreit, aber es hat keinen Hunger mehr, sondern kennt lediglich die Umgebung nicht und ist hundemüde, und da schreit es halt manchmal.“ Und dann lese ich, gelegentlich gibt es Lacher und nach ein paar Minuten hört auch das Schreien im Hintergrund auf. Nach der Lesung ist alles prima, das Baby ist eingeschlafen, und irgendwie ist/war es auf einmal die normalste Sache der Welt, das Kind dabeigehabt zu haben. Klar, würde ich das nicht jeden Abend machen, aber mein Kind hat keinen Schaden davon getragen, ich hatte Spaß und habe eine gute Sache promotet und war vielleicht auch für ein paar Menschen im Publikum ein Role Model, egal ob als Autorin, Radiomacherin oder Mutter.

TOP 3 Sonntag

Das geht jetzt schnell. Sonntags war ich mit Kindern und Freundin mit dazugehörigem Kind auf der Buchmesse zum Kinderbuchanschauen. Wir waren noch nicht lange da, da brach auf einmal der Kinderwagen (zu viele Jacken, 7 Kilo-Kind und zwei Wasserflaschen wirkten auf ein zehn Jahre altes Fahrgestell) an der Seite durch. Zunächst war ich einigermaßen derangiert: mit einem Kind auf dem Arm, dem anderen an der Hand und einem kaputten Kinderwagen in einer Messe voller Menschen! Irgendwie der Obergau, doch Hilfe kam in Form eines älteren Herrn im schicken Messeoutfit. Dieser war bereit, alles für das Wohl der Messebesucherin zu tun! Er sah sich das Problem an, handelte kurzentschlossen mit Schrauben und Werkzeug und was soll ich sagen: Der Wagen läuft wieder, und hat jetzt sogar die 1200 km- Oster-Bahnfahrt zu „Oma und Opa“ schadlos überstanden. Danke hier an dieser Stelle für soviel geballte Hilfsbereitschaft und technische Kompetenz!

* Als Pfälzer Kind trinke ich natürlich, wenn es um Alkohol geht, nur Wein … “Bier“ steht also hier nur wegen der schicken Alliteration.

Die heißeste Tussi, wo gibt

Tuesday, March 25th, 2008 von Susanne

In Großbritannien laufen die Eltern junger Mädchen Sturm gegen eine Internetseite. Der Grund ihrer Aufregung: Auf der “Miss Bimbo”-Webseite tummeln sich ihre Töchter schon ab dem 9. Lebensjahr und versuchen ihren Avatar zum “hottest, coolest, most famous bimbo in the whole world” zu machen - zur Not auch zum Beispiel mit einer Brustvergrößerung. Ziel des Spieles ist es, so viele “bimbo”-Dollar wie möglich zu sammeln, um damit Klamotten, Schmuck oder Diätpillen einkaufen zu gehen, der Avatar-Tussi die Haare, Fingernägel oder eben den Busen oder die Hüften machen zu lassen. Uff.

Bill Hibbert von Parentkind kritisiert: “Es ist eine Sache, wenn eine Neunjährige dieses Spiel als albern und dumm erkennt. Aber die Gefahr ist, dass Mädchen in dem Alter die Ironie der Sache eben nicht verstehen und sich die Bimbos zum coolen Vorbild nehmen.”

Der 23-jährige Erfinder der Bimbo-Webseite, Nicolas Jacquart, dagegen sagt, die Mädchen würden lernen, Verantwortung zu tragen - eben für ihren Avatar. Beweise? “Wenn ihre Avatare zu viel Schokolade essen, dann ist das schlecht für die Körper ihrer Bimbos und auch für ihre Laune […] Wir vermitteln ihnen, wie wichtig gesundes Essen ist.” Und: “Die Brustoperationen sind nur ein Teil des Spiels […] und spiegeln nur das wahre Leben wider.”

Na dann.

So schön ist es in Kanada

Monday, March 24th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 13 von 26 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Unsere Leserin Stefanie schickte uns dieses Foto einer, nun ja, ausdrücklichen Werbekritik:

Ob die “delikate” Blondine beim Fotoshooting schon wusste, dass sie mal ein “Leckerbissen” werden würde?

The Lady is a Macho

Saturday, March 22nd, 2008 von Meredith

Sehr, sehr spannend und lesenswert ist das Taz-Interview mit der Fernsehreporterin Antonia Rados, die im Irak und in Afrika gearbeitet hat.

Sie erzählt darin, über ihre Einsätze in Asien, dass sie sich die Bandscheiben geschrottet hat vom Kofferschleppen, aber trotzdem niemals Moderatorin sein wollen würde. Und sie redet darüber, wie wichtig es ist, ein harter Knochen zu sein, dass man sich als Frau im Reporterberuf auch Männer zum Vorbild nehmen kann - aber lässt auch durchklingen, dass das nicht unbedingt ideal ist.

Ein Ausschnitt:

Wollen Sie Öffentlichkeit für Themen schaffen, die sonst nicht genug beachtet würden?

Nein. Ich habe überhaupt keinen Anspruch, Leute zu bekehren und von meiner Meinung zu überzeugen. Ich habe nur das Anliegen, zu informieren.

Gut, dann anders gefragt: Liegen Ihnen bestimmte Themen besonders am Herzen?

Frauenthemen. Ich bin keine Bildschirmfeministin. Trotzdem: Ich springe an, wenn ich ein Frauenthema sehe. Und dann möchte ich, dass darüber berichtet wird. Das hat damit zu tun, dass man, wenn man selbst eine Frau ist, viel leichter mit Frauen in Kontakt kommt. Wenn Sie als Mann eine Kamera auf dem Arm hätten, würden Sie deswegen noch lange nicht in die Frauengemächer kommen. Frauen gehen auf mich eher zu als auf männliche Kollegen. Sie suchen mich aus, nicht nur ich sie.

Stehen Sie dann auf der Seite der Frauen?

Klar. Ich habe keinen Anspruch, die Welt zu verändern oder den Leuten zu sagen, was sie zu denken haben. Aber einen moralischen Kompass muss man haben.

Die FAZ über die Frau, das zaghafte Wesen

Saturday, March 22nd, 2008 von Susanne

In der heutigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt Bettina Weiguny: “Frauen, wir haben versagt!” Sie sagt, dass Frauen nicht den Schneid wie die Männer mitbringen, um die ganz großen Karrieren zu machen:

… Denn es waren eben doch die Männer, die den Takt der globalen Wirtschaft verändert haben. Von der Industrialisierung im 19. Jahrhundert über die IT-Revolution bis zur New Economy und Zuckerbergs Milchbubis. Dabei hätten Frauen seit bestimmt zwanzig Jahren die Chance, sich unter die Goldgräber zu mischen. Dass wir das nicht tun, hat zuallererst mit uns zu tun. Mit unserem Naturell, unseren Wünschen, Neigungen und Prioritäten bei der Lebensplanung.”

Aber genau an dieser Stelle müsste die Autorin einen Schritt weiter gehen, damit der Text wirklich rund wird. Denn natürlich hat sie Recht in dem, was sie beschreibt. Aber all das hat ja eben mit “unserem Naturell” und “unseren Prioritäten” zu tun - die Mädchen nicht selten von Geburt an antrainiert werden und von der Gesellschaft eben auch erwartet. Zum Beispiel, dass eine “echte” Frau Kinder haben soll und dass sie für die auch lieber rund um die Uhr als nur am Abend und am Wochenende da sein soll; dass eine “echte” Frau sanftmütig, nachgiebig und kooperativ ist und deswegen eher nicht die Ellenbogen ausfährt, wenn es um Karrierefragen gibt; dass hinter jedem mächtigen Mann eine starke Frau steht, aber doch bitte nicht neben ihm.

Ja, all das sind Dinge, die wir ändern können und müssen, da gebe ich Bettina Weiguny Recht. Frauen müssen mutiger sein, lauter, zielstrebiger. Aber: Obwohl viele Frauen das schon heute sind, kommen sie trotzdem nicht ganz nach oben. Dieser Aspekt lässt sich nicht so einfach ignorieren. Die Autorin tut aber genau das. Nur: Ein “Ego-Feminismus” (Frau “optimiert” sich zuallererst mal selbst, andere Frauen sind wurscht) wird die Frauen nicht in die Vorstandsetagen bringen. Denn dieser würde bedeuten, die strukturellen Probleme einfach zu ignorieren und den Frauen allein den schwarzen Peter zuzuschieben. Diese Haltung führt ja auch dazu, dass Frauen, die es in höhere Positionen geschafft haben, keine anderen Frauen fördern. Weil sie sich denken: Wenn ich das schaffe, können es auch alle anderen schaffen. Dabei wäre Zusammenhalten besser. Weil das auch die Männer so machen.

Das “Frauen, wir haben versagt!” kann nur bedingt gelten, nur im Zusammenhang und Bewusstsein sozialer Erwartungen, die unser gesamtes Leben und Handeln beeinflussen. Ansonsten gilt natürlich: Ruhig mal was bei den Männern abschauen. Öfter mal die weiblichen Beißreflexe abschalten. Bitte lauter und energischer sein.

Weibchen und Männchen zu Tisch

Thursday, March 20th, 2008 von Susanne

Gestern hatte ich ja das Thema “soziale Erwartungen auf dem Mittagsteller” schon mal ganz kurz gestreift, heute liefert eine amerikanische Studie gleich noch Fakten, Fakten, Fakten. Demnach essen Männer vor allem gern Fleisch, Frauen mögen dagegen lieber Obst.

Was aber viel spannender wäre als eine solche Untersuchung, die lediglich der Lebensmittelindustrie Hinweise dafür gibt, auf wen sie ihre Werbung ausrichten soll, wäre eine Studie, aus der zu lesen ist, warum Frauen und Männer zu bestimmten Lebensmitteln greifen.

Ein paar wenige, aber spannende Ansatzpunkte liefert zum Beispiel Jean-Claude Kaufmann in seinem Buch “Kochende Leidenschaft. Soziologie vom Kochen und Essen”. Dass Männer immer noch mehr Fleisch essen, könnte vor allem auf unsere kulturelle Geschichte zurückzuführen sein, in der zu Zeiten unterdrückter Eheweiber der Mann immer das größte Stück Fleisch bekam, während die Frau entweder gar nichts vom tierischen Mahl abbekam oder nur die Reste.

Die weibliche Ernährung wiederum steht heute im engen Zusammenhang mit einer Auto-Disziplinierung, soll heißen: Frauen haben fast immer den Anspruch, ihren Appetit zu kontrollieren - vor allem um der schlanken Linie willen. Deswegen werden nur wenige Frauen während einer Studie auf die Frage nach ihrer Leibspeise antworten: Eisbein mit Krautsalat. Stattdessen die sozial erwünschte Antwort: Obst und Salat.

(Foto über stylespion.de)

Missy ist online

Wednesday, March 19th, 2008 von Susanne

Jetzt ist sie da. Die Webseite zu unser aller zukünftiger Lieblings-Mädchen-Pop-Zeitschrift: missy-magazine.de. Dort gibt es jetzt schon zu sehen: die ersten Missy-Fans, das Missy-Team und einige Cover-Entwürfe (z.B. links) für die erste Ausgabe.

Haaap-py Birth-day tooo yooou!

Wednesday, March 19th, 2008 von Susanne

Nichts könnte heute besser passen als Marilyn Monroes mit gespitzten, roten Lippen gehauchtes Geburtstagslied. Denn: Der Lippenstift wird heute 125 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, du kleines, rotes Ding, du!