Archiv für December, 2007

Solidarität unter Frauen

Friday, December 21st, 2007 von Barbara

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Fluter geht es um Solidarität. Solidarität unter Frauen ist nach wie vor etwas anderes als die lässige Männerfreundschaft. Warum das so ist, haben Susanne und Barbara in einem Essay erklärt.

Es gibt “Männerfreundschaften”, und es gibt “Frauensolidarität”. Das eine klingt nach einer privaten Angelegenheit, nach Fußballspielen und Zusammenausgehen, das andere nach einer gesellschaftlichen Instanz, nach Demonstrationen, auf denen “Wir fordern eine Quote”-Transparente geschwenkt werden. Doch in Wahrheit sind die Verhältnisse häufig anders herum: Frauensolidarität beschränkt sich fast ausschließlich auf private Freundschaften, im öffentlichen Leben aber sind es die Männerbünde, durch die Karrieren gemacht werden und in denen Einfluss verteilt wird. Wer wissen will, warum Frauen lieber bei einem Cappuccino plaudern anstatt gemeinsam für ihre Interessen zu kämpfen, muss an vielen Stellen suchen. Antworten gibt es im modernen weiblichen Selbstverständnis, im Berufsalltag, in der Kindheit

GirlPower ist tot tot tot

Friday, December 21st, 2007 von Susanne

Anfang der Neunziger sah es ja mal kurz so aus, als würde es eine dritte Feminismuswelle geben: Die Girlies waren rotzig, fanden es super, Mädchen zu sein und wollten niemandem gefallen. Dann wurden die Medien auf sie aufmerksam, erfanden das Girlie in seiner heute bekannten Bedeutung, und schon war die Welle vorbeigerollt bevor sie auch nur das kleinste Bötchen hätte zum Schwanken bringen können.

Die Spice Girls war die Band, die den Girlism zu Grabe trug. Sie schrieben sich all das auf die Fahnen, was die Girlies auch wollten: Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein, Spaß und Sex und eine große Klappe. Übrig blieb nach einer Runde in der Marketingmaschine aber nur Spaß und Sex - mit viel Glitzer versehen und von immer dünner und affektierter werdenden Sängerinnen präsentiert.

Gestern traten die Spice Girls in Köln auf und taten so als habe es die letzten zehn Jahre nicht gegeben, als hätten sie nicht schon eine halbe Fußballmannschaft Kinder zuhause sitzen und als wäre es total normal, mit Mitte 30 immer noch in Rosa und Glitzer herumzuhüpfen. Und dann schreibt Spiegel Online auch noch an einer Stelle einer sehr langen Konzertkritik:

Wenn auch mit der dünnsten Stimme und den wenigsten Gesangsanteilen ausgestattet, hat sich Victoria Beckham damit als das klügste Spice Girl erwiesen. Sie hat das Girlgroup-Konzept individualisiert und sich als Marke etabliert, die die Schlagzeilen füllt.

Nun ja. Ehrlich gesagt, waren “eine Marke sein und Schlagzeilen füllen” nicht gerade das, wovon die Girlies damals träumten als sie in Rock und Gummistiefeln und grellbunt geschminkt wütend durch die Städte stapften.

(Graffiti über Flickr)

Happy Birthday, Jane

Friday, December 21st, 2007 von Susanne

Heute wird Schauspielerin Jane Fonda siebzig Jahre alt. Ende der Sechziger als “Barbarella”in einer große Filmkarriere gestartet, wurde sie 1970 zu “Hanoi Jane“, kämpfte gegen den Vietnamkrieg und wurde zum ersten von sieben Mal für einen Oscar nominiert. Zwei mal gewann sie ihn auch: Den ersten bekam sie 1971 für ihre Rolle als Prostituierte im Film “Klute”, den zweiten 1978 als Soldatenehefrau in “Coming Home”.

Jane Fonda galt einerseits lange Zeit als Aerobic-Barbarella-Püppchen, litt viele Jahre ihres Lebens unter Essstörungen und Fitnesswahn, war aber auf der anderen Seite immer auch politisch umstritten, vor allem in den USA. Dort, sagt sie, hat man ihr bis heute nicht vergeben, dass Barbarella gewagt hat, den Mund aufzumachen.

Spätestens jetzt im Alter hat sie es aber geschafft, als toughe, leidenschaftliche Frau mit Idealen wahrgenommen zu werden. Interviews mit ihr lesen sich höchst inspirierend, gerade auch, weil sie in den siebzig Jahren so viele Wandlungen durchgemacht und sich selbst ausprobiert hat. Alles Gute zum Geburtstag!

(Foto über jane-fonda.net)

Grundwissen Feminismus

Thursday, December 20th, 2007 von Susanne

Wer den Clip noch nicht kennt, kann von Ali G. noch einiges über Frauen lernen:

Wenn Männer schwanger sind, die Zweite

Thursday, December 20th, 2007 von Susanne

Neulich waren wir ja schon mal beim Thema “Schwangere Männer”. Und in dieser Woche berichtet der Spiegel darüber, wie eine Schwangerschaft Männer verändert. Dass das Magazin schreibt, sie werden zu “Softies”, sei ihnen - wenn auch mit hochgezogenen Augenbrauen - verziehen. Jedenfalls leiden wohl auch Männer unter Schwangerschaftssymptomen wie Übelkeit, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit. Also: Nix da mit Kinderkriegen ist Frauensache oder schön in der Kneipe abwarten bis das Balg endlich auf der Welt ist. Dass Männer nicht mütterlich sein können, ist keine biologische Tatsache, wie manche behaupten, sondern nur ein Mythos, um sich aus der Verantwortung zu ziehen.

Wie der Spiegel schreibt, machen es die Weißbüschelaffenmännchen ganz vorbildlich:

Auf seinem Rücken trägt es das Baby, das am Tag zuvor auf die Welt gekommen ist. “Bei den Weißbüschelaffen ziehen Weibchen und Männchen die Kinder gemeinsam auf”, erklärt Ziegler. Die Arbeitsteilung geht so: Die Mutter gibt die Milch, der Vater erledigt so ziemlich den Rest - das Kind beschützen, wärmen, pflegen und, sobald das Kleine abgestillt ist, auch noch füttern - alles Männersache.

Und es gibt sie doch: neue Väter

Wednesday, December 19th, 2007 von Susanne

Im Zeit-Artikel “Das Schweigen der Väter” zieht der Autor Matthias Krupa Bilanz für das Jahr 2007 in Sachen Väter. Deren Rolle sei immer noch nicht klar, sie selbst noch zu schweigsam - aber insgesamt gäbe es Hoffnung, dass der neue Mann respektive der neue Vater sich in Zukunft mehr in die Erziehungsdiskussion einschalten wird.

Die Gründe, warum die Väter schweigen, sind unterschiedlich. Auf den ersten Blick gibt es für sie ja wenig zu gewinnen – außer einer wie auch immer besungenen Mehrbelastung. Hingegen ist die Befreiung von Heim und Herd bis heute ein Frauenthema. Die Frage freilich, wie man Zeit für Beruf und Kinder findet, stellt sich längst auch die Mehrzahl der Väter.

Wichtig sei, dass sich diese Männer auch zu Wort melden, damit sie Role Models für eine neuen Generation von Vätern werden können:

Der Preis für die väterliche Zurückhaltung ist hoch: eine vollkommen einseitige Diskussion. Als ob sich das Bild und Selbstbild der Väter in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht mehr verändert hätten als in den zwei Jahrhunderten zuvor!

Krupa präsentiert außerdem Zahlen, die belegen, wie sehr sich Männer- und Vaterbild schon gewandelt haben: Vier von fünf Vätern lebten mit Frau und Kindern, zwei von Drei Vätern sähen sich vor allem auch als Erzieher und nicht nur als Ernährer. Fast 40.000 Väter hätten sich 2007 schon für mindestens zwei Monate Familienzeit entschieden, auch wegen der Neuregelung des Elterngeldes. Sein Fazit: “Obwohl es also die neuen Väter längst gibt, hat die Gesellschaft bis heute kein hinreichendes Bild von ihnen.”

Coole Väter, fühlt euch hiermit provoziert und macht mit beim Projekt “neue Familie”!

Topfrauen: Aufzählung zum ersten

Wednesday, December 19th, 2007 von Meredith

Ehrlich gesagt habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Magazine und Zeitungen 2007 bereits zum Jahr der starken Frauen ausgerufen haben.

Beim Guardian haben sie jedenfalls eine kurze, knackige Liste mit britischen Superladies aufgestellt. Mit dabei die wundervolle Body Shop-Gründerin Anita Roddick, die ja tragischerweise dieses Jahr verstorben ist; die Schauspielerin Julie Christie und Natasha Khan (Foto), die unter dem Namen Bat for Lashes abgefahrene, grandiose Musik macht. Jetzt stellt sich die Frage: Wer sind unsere Hammertanten? Vorschläge?

Scheiß Feminismus!

Tuesday, December 18th, 2007 von Susanne
Dieser Text ist Teil 5 von 28 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Über Toonblog

Berufstätige Mütter sind glücklicher

Tuesday, December 18th, 2007 von Susanne

Immer mal wieder wird die Behauptung ausgepackt, die meisten Frauen würden zuhause bleiben, wenn sie es sich nur leisten könnten. Doch jetzt beweist eine britische Studie das Gegenteil: Berufstätige Mütter sind glücklicher als Nur-Mütter, so das Untersuchungsergebnis des Institute of Social and Economic Research. Klarer Fall eigentlich, wenn man sich anschaut, was befriedigender ist: Teambesprechung oder Wäsche waschen, Mittagessen mit den Kolleginnen und Kollegen oder Babyrei warm machen, jeden Monat eigenes Geld auf dem Konto oder Blumen zum Muttertag.

Gerade in unseren retro-konservativen Zeiten wird das Ergebnis der Untersuchung einer ganzen Reihe von Leuten (Hallo Frau Müller und Frau Herman!, Tachchen Herr Mixa!) nicht gefallen. Doch allen jungen Frauen, die von “Du willst wirklich schon wieder arbeiten gehen?” und “Die armen Kinder” genervt sind, gibt die Studie ein gutes Argument an die Hand: Das Recht auf Glück.

Über Broadsheet@Salon

Das Trojanermädchen

Tuesday, December 18th, 2007 von Susanne

Amnesty International hat sich einen super Trick einfallen lassen, um auch noch den letzten, unpolitischsten Internet-User zu erreichen: Die Menschenrechtsorganisation hat einen Film auf Youtube gestellt, in dessen Vorschau man einen knallrot geschminkten Mund sieht,

dessen Botschaft aber ganz klar eine Politische ist. Ein AI-Mitarbeiter erzählt über die Arbeit der Organisation, läuft währenddessen durch die Räume seiner Arbeitsstätte und hält genau im richtigen Moment ein Bild in die Kamera: eine Nahaufnahme von rot geschminkten Lippen. Und weil er dies genau nach 24,5 des 49 Sekunden langen Clips tut - erscheint dieses eine Foto als Vorschaubild des Youtube-Clips.

Clever, die von Amnesty International.